Berlin - Eigentlich sollte man meinen, die Berliner kann nach fast einem Jahr Corona-Pandemie nichts mehr überraschen – doch nun stehen viele Menschen in der Hauptstadt erneut vor einem großen Problem: Wo sind auf die Schnelle FFP2- oder OP-Masken zu bekommen, die beim Einkaufen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln künftig getragen werden müssen? Und was kosten sie?

Die Apotheken in der Stadt scheinen gut vorbereitet zu sein. Das ergab zumindest eine Umfrage der Berliner Zeitung.  „Fräulein Beckers Lieblingsapotheke“ in der Karl-Marx-Allee führt FFP2-Masken für drei Euro pro Stück, die günstigeren OP-Masken gibt es hier für 1,50 Euro. Die Nachfrage sei hoch, bestätigt ein Mitarbeiter. In den vergangenen Wochen seien vor allem ältere Menschen mit Bezugsschein gekommen, inzwischen stürmen aber sämtliche Altersgruppen den Laden.

FFP2-Masken für 4,99 Euro

Das Gleiche beobachtete man in der Apotheke am Anton-Saefkow-Platz in Lichtenberg. „Seit ein paar Tagen kommen immer mehr Nachfragen“, sagt ein Mitarbeiter. „Vor allem, seit die FFP2-Maskenpflicht in Bayern gilt.“ In der Apotheke gibt es zwei OP-Masken für 2,50 Euro, einzelne FFP2-Masken für 3,50 Euro. Teurer ist es im Einkaufszentrum Alexa. In der Apotheke dort kostet eine FFP2-Maske 4,99 Euro, eine OP-Maske 1,49 Euro. Hier habe man bisher keine erhöhte Nachfrage festgestellt. In der Grünberger Apotheke in Friedrichshain musste man dagegen schon nachbestellen. Die Preise liegen hier bei 2,95 Euro für eine FFP2-Maske, eine OP-Maske kostet einen Euro.

Bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände will man sich zu Preisen nicht äußern. Das sei Sache der Apotheken. Schließlich stünden diese untereinander in Konkurrenz. Aber die Versorgung sei gesichert, so ein Sprecher. Die Apotheken seien „gut bevorratet“.

Auch andere Geschäfte haben die Masken im Sortiment – Drogerie-Gigant Rossmann verkauft etwa Produkte der Eigenmarke altapharma, aber auch die anderer Hersteller. „Als Richtwerte gelten derzeit: eine FFP2 Maske kostet circa zwei Euro, eine FFP3-Maske etwa drei 3 Euro, eine OP-Maske zwischen 50 und 70 Cent“, heißt es auf Nachfrage der Berliner Zeitung. Man sehe steigenden Bedarf und arbeite mit Hochdruck daran, auch diesem gerecht zu werden. „Wir hätten uns etwas mehr Vorlauf gewünscht, um die Maßnahmen adäquat umsetzen zu können“, sagt Rossmann-Sprecher Josef Lange.

Leichter Ärger schwingt auch in einer Antwort der Drogerie-Kette dm mit. „Wir bereiten uns deutschlandweit auf eine erhöhte Nachfrage unserer Kunden vor“, teilt Geschäftsführer Christoph Werner mit. „Je konkreter und vorausschauender die Anordnungen der Politiker sind, desto besser können wir die Menschen versorgen. Übrigens hatten wir bereits im Dezember den Landesregierungen angeboten, dass wir uns bei der kostenlosen Versorgung der älteren Bürger mit FFP2-Masken beteiligen können; die Politik hatte die Abgabe aber auf Apotheken begrenzt.“

Naturgemäß boomt der Handel auch im Netz. Bei Ebay wurden am Mittwochmittag über 5200 Angebote für FFP2-Masken gezählt, 200 mehr als noch am Morgen. Die Preise liegen zwischen 1,70 und 5,99 Euro je zertifizierter FFP2-Maske. Die Preisunterschiede sind also groß und lassen vermuten, dass Händler wie auch Apotheker fette Margen einstreichen. Ist das so?

China liefert 50 Millionen FFP2-Masken – pro Monat

Einer der Großhändler für FFP2-Masken ist die Firma Rheinwalt in Neustadt an der Weinstraße. Das Familienunternehmen ist eigentlich auf den Verkauf vor allem von Werbeartikeln und Textilien spezialisiert, doch seit Oktober ist Rheinwalt auch im FFP2-Masken-Geschäft und lässt die Masken in China produzieren. „Wir haben acht Produzenten geprüft und uns dann für den besten entschieden“, sagt Firmenchef Simon Rheinwalt. Bis zu 50 Millionen Masken könnten dort im Monat produziert werden. Die Zertifizierung erfolge durch unabhängige Prüfinstitute. Die Kunden sind Einzelhandelsketten, Online-Apotheken und Industriebetriebe.

Bislang wurden bereits mehrere Millionen Masken geliefert. Weitere zwei Millionen befinden sich gerade auf dem Seeweg nach Europa. Da in China nun das Neujahrsfest samt wenigstens zweiwöchigen Betriebsferien vor der Tür steht, versucht man in Neustadt, schnell noch Lieferungen per Luftfracht zu organisieren. Rheinwalt bietet die Masken seinen Kunden zum Stückpreis von 79 Cent an, wenn mindestens 1200 Stück geordert werden. „Ab 600.000 kosten sie nur 52 Cent“, sagt Simon Rheinwalt. Den Einkaufspreis nennt er nicht.