Menschen haben ihre Maske eigentlich immer dabei. Aber wann wird sie aufgesetzt? Auch an den Schulen ist das ein Diskussionsthema in den ersten Tagen nach den Ferien.
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BerlinDie Schulen in Berlin haben am vergangenen Montag mit hohen Anforderungen an die Schulkinder begonnen. Abstand halten, Masken tragen, sich an die Vorgaben halten – das erwarten Schulleiter und Behörden. Aber wie kommen die Kinder damit klar. Erste Erfahrungsberichte.

Nik, 14 Jahre alt, 9. Klasse: „Es ist irgendwie erfrischend, wieder in der Schule zu sein und ‚endlich‘ – das bitte in Anführungszeichen, denn Schule ist nicht immer toll – wieder einen Stundenplan und eine Struktur zu haben. Mir ist das lieber. Dann weiß man, dass man an dem Tag was schaffen wird. Beim Homeschooling, war das, na ja, nicht immer so. In der Schule tragen wir Masken beim Rein- und Rausgehen und in den Korridoren.

Das finde ich überraschend wenig, in den Korridoren sind wir ja nicht oft. Im Klassenzimmer, wo wir stundenlang sitzen, ist es wie vor Corona. Nur in der Oberstufe, wo es Kurse gibt und sich die Schüler mehr mischen, sollen auch im Unterricht Masken getragen werden. Bis jetzt halten sich in den Gängen eigentlich alle an die Maskenpflicht. Ich habe auch noch nicht gesehen, dass jemand ermahnt wurde. Wir reden gar nicht groß darüber, die Maske ist normal geworden, auch außerhalb der Schule. Vor ein paar Monaten war es komisch und es fühlte sich nicht gut an, dauernd ein Stück Stoff vor der Nase zu haben und diese warme Luft zu atmen. Aber man gewöhnt sich dran. Ich verstehe die Leute nicht, die da nicht mitmachen. Ich finde meine Maske sogar ganz cool. Mir ist auch aufgefallen: Damit sieht eigentlich jeder gut aus.“

Nik findet, dass eigentlich jeder gut aussieht mit Maske. 
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Magdalena, 16 Jahre alt, 11. Klasse: „Wegen Corona habe ich kein mulmiges Gefühl. Ich habe mich eher gefreut,  wieder in der Schule zu sein. Durch den Übergang in die 11. Klasse habe ich neue Leute kennengelernt. Was ein wenig ungewohnt ist, dass wir wieder durchgängig Schule haben und wir wieder nebeneinander sitzen dürfen. Begrüßung? Na ja, ein paar habe ich schon umarmt. Aber mit den anderen standen wir im Kreis und haben Abstand gehalten.

Wir müssen in allen Räumen Masken tragen, im Unterricht können wir sie abnehmen, wenn wir es wollen. Am Dienstag haben wir allerdings alle Masken getragen, weil vor dem Klassenzimmer an der Kanalisation gearbeitet wurde. Ohne Maske war es nicht auszuhalten. Auf dem Schulhof können wir sie ablegen. Das wurde uns am ersten Schultag alles erklärt. Im Eingangsbereich gibt es einen Spender mit Desinfektionsmittel. Im Unterricht legen wir die Masken eigentlich alle ab, bis auf die Lehrer. Aber die müssen ja auch zusätzlich in anderen Klassen unterrichten.

Bislang halten sich eigentlich alle an die Tragepflicht, wenn nicht, wird man von den Lehrern aufgefordert. Ich weiß aber nicht, was passiert, wenn man sich weigern sollte. In der Pause haben wir uns über das Maskentragen unterhalten und fanden, dass es egoistisch ist, keine aufzusetzen. Denn man schützt dadurch ja andere. Der Grund für die Debatte war ein Schüler an unserer Schule, der krank zu Hause bleiben musste. Wir haben ihm geraten, dass er sich testen lassen soll. 

Es gibt schon Stoffmasken mit coolen Designs, aber die Medizinmasken sind angenehmer, weil sich mit ihnen besser atmen lässt.“

Franziska, 16 Jahre alt, 11. Klasse: „Es ist gut, wieder in der Schule zu sein. Die neuen Mitschüler, die ich jetzt in der 11. Klasse in der Kursphase habe, hätte ich wohl kaum über das Internet kennenlernen können. In den Klassenzimmern müssen wir keine Masken tragen. Die Lehrer dürfen das zwar verlangen, aber nur sehr wenige machen es. Allerdings sind die Räume sehr voll. In der Kursphase sind die Gruppen kleiner als in den Klassen üblicherweise, da gibt es nur um die 20 Schüler, die haben dann aber auch kleinere Zimmer. Da kann man eigentlich keinen Abstand halten. Auch in den Pausen kann niemand wirklich darauf achten, dass wir Abstand voneinander halten. Die Gruppen zu teilen wäre einfacher und angenehmer.

Die Masken werden dann in den Gängen und anderen Innenräumen getragen. Ich kenne niemanden, der sich dagegen wehrt. Alle haben ihre Masken dabei. Dadurch, dass wir gewohnt sind, sie in Läden und in der U-Bahn zu tragen, ist es auch nur halb lästig. Man stöhnt schon, wenn es unter der Maske jetzt gerade so warm ist, aber das ist zurzeit nun mal so. Wenn ich die Maske allerdings zu lange trage, wird mir schwindelig, das könnte ich keinen ganzen Schultag durchhalten. Da würde ich Homeschooling eindeutig vorziehen.“

Standard-Ausstattung: Franziska geht mit schwarzer Maske und farbigen Ordnern in die Schule. 
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Johanna, 16 Jahre, 11. Klasse: Es fühlt sich gut, wieder in die Schule gehen zu können. Man kann sich besser konzentrieren und ist motivierter. Was aber anstrengend ist: Die Maske bei der Hitze zu tragen. Bei uns an der Schule ist es so, dass man die Maske auch während des Unterrichts tragen muss. Ich habe das Gefühl, dass man schneller Kopfschmerzen bekommt. Wer seine Maske vergessen oder verloren hat, bekommt im Sekretariat problemlos eine neue. Was noch neu ist: Die Lehrer haben das Ziel, so viel Unterrichtsstoff wie möglich zu vermitteln, weil die Gefahr eines nächsten Lockdowns besteht.

Ob es wirklich coole Masken gibt? Das ist natürlich die Entscheidung des Betrachters. Weil die Maskenpflicht besteht, gibt es eh keine andere Wahl. Ich finde aber schon, dass man mit Maske cool aussehen kann. Gute Beispiele liefert die chinesische Streetwear. Die Leute in Asien haben vor Corona schon Masken getragen und damit ihren Stil entwickelt.