Massive Abkühlung in Berlin und Brandenburg möglich: Wütet die Hitze weiter oder kühlt es kräftig ab?

Der vorerst heißeste Tag des Jahres liegt hinter uns: Bis zu 38 Grad in unserer Region und fast 40 Grad in Bernburg (Sachsen-Anhalt): Damit lagen Deutschlands Spitzenwerte über den Temperaturen von Kairo, ganz Italiens und Griechenlands. 

Aber nun kündigt sich ein Hauch von Wetterwechsel an: Der Mittwoch ist in Berlin und Brandenburg vielerorts wolkig gestartet, doch zunächst dreht die Hitze wieder kräftig auf. Dabei zeigt sich laut Deutschem Wetterdienst (DWD) allerdings ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zwischen der Prignitz mit maximal 31 Grad und schweißtreibenden 37 Grad in der Niederlausitz.

2-Zentimeter-Hagelkörner, Unwetter-Sturmstärke 10

Örtlich erwachsen aus Quellwolken am Nachmittag teils kräftige Gewitter mit Sturmböen um die 85 km/h, Starkregen und Hagel, die sich zu wahren Unwettern steigern können. Hagelkörner größer als zwei Zentimeter, Sturmböen der Stärke 10: Wo sich derartige Unwetter genau abspielen werden, können die Meteorologen leider nicht exakt vorhersagen.

Weitere Schauer und Gewitter gehen in der Nacht zu Donnerstag ab. Wer auf spürbare Abkühlung hofft, wird zunächst enttäuscht: Tiefer als 19 Grad werden die Nachtwerte kaum sinken.

Und am Donnerstag bäumt sich die Hitze erneut auf: Im Tagesverlauf legen sich letzte Schauer und Gewitter in unserer Region, und dann klettern die Höchstwerte wieder auf bis zu 35 Grad. Zumindest im Umland kann man sich in der Nacht zu Freitag Hoffnung auf ein Quäntchen frischer Nachtluft bei Tieftwerten von 16 Grad machen. In der Hauptstadt sinken die Nachtwerte kaum unter die 20-Grad-Marke.

Abkühlung wohl nur im Norden

So geht es nach letzten Prognosen auch erst einmal am Wochenende weiter: Höchstwerte von bis zu 36 Grad lassen zunächst nicht die geringste Hoffnung auf Abkühlung aufkeimen. Dennoch zeigt Ihre Wetter-App auf dem Handy wahrscheinlich ab Sonntag deutlich kühlere Werte an: Irgendwo zwischen 22 und 24 Grad, darüber würden viele Hitzegeplagte in Brandenburg jetzt jubeln.

Diese Werte sind Prognosen des europäischen Wettermodells, das derzeit im krassen Widerspruch zum US-amerikanischen Modell steht. Man möchte hoffen, dass dessen Prognose nicht eintrifft: Laut den Amerikanern wird es sich nämlich überhaupt nicht abkühlen. Inzwischen machen bereits Klimatrends die Runde, denen zu Folge sich die Dürre noch bis in den September fortsetzt. Erst dann sei mit ergiebigen und erlösenden Regenfällen zu rechnen. Was das bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen: Es wäre ein Drama historischen Ausmaßes, eine Katastrophe für Land- und Forstwirte und uns alle, die für die Schäden und Ausfälle geradestehen müssen. 

Mit Blick auf die kommenden Tage schließt Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) eine vorübergehende Abkühlung in der kommenden Woche zwar nicht aus - davon würde allerdings ausschließlich der Norden profitieren. "Persönlich gebe ich aufgrund meiner meteorologischen Erfahrungen eher der US-Variante den Vorzug“, so Jung, also Hitze ohne Atempause. Demzufolge wird die Gewitterfront rasch vom nächsten Hoch verdrängt, das uns weiter einheizen wird. Und zwar nicht nur uns, sondern auch unsere europäischen Nachbarländer.

Die 50-Grad-Marke rückt näher

Wer derzeit seinen Urlaub im Süden Spaniens verbringt, wird sich kaum noch auf die Straße wagen: In Córdoba liegen die Höchstwerte bereits über 40 Grad, und kommende Woche drohen 45 Grad und mehr. Dominik Jung verweist erneut auf das US-Wettermodell, wonach sogar das Erreichen der 50-Grad-Marke möglich wäre. "Ob es wirklich so weit kommt ist allerdings noch fraglich", relativiert der Diplom-Meteorologe: Abwarten! JSt