Sie sucht eigentlich oft den Weg in die Öffentlichkeit. Ob wegen der Asche ihres einstigen Ehemannes Rainer Hildebrandt, dem Gründer des Mauermuseums, die wegen eines Friedhofsstreits nicht beerdigt werden kann. Ob wegen ihres siebten Kindes, das sie mit 58 Jahren erwartete. Oder der Hochzeit mit ihrem neuen Ehemann. Doch an diesem Donnerstagvormittag fehlt Alexandra Hildebrandt, die Chefin des Mauermuseums am Checkpoint Charlie. Unentschuldigt. Die 59-Jährige ist eigentlich als Zeugin geladen im Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten gegen zwei ihrer Mitarbeiter, bei denen es sich um Vater und Sohn handelt. Beide sollen tief in die Kasse des Museums gegriffen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Untreue vor.

Doch es geht auch ohne die illustre Museumschefin. Zumindest im Prozess gegen den angeklagten Sohn. Der 39-jährige Thomas K. war im Mauermuseum Abteilungsleiter für Finanzen, Controlling und Personal. Er gibt gleich zu Beginn der Verhandlung zu, mehr als 200.000 Euro aus der Kasse des Museums abgezweigt und auf sein eigenes Konto überwiesen zu haben. Zwischen März 2013 und Januar 2016 habe er die in der Anklage stehenden 162 Taten begangen. „Ich habe mit dem Geld meine Spielsucht finanziert“, gibt der Angeklagte zu.

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