Berlin - Fünf große Kartons haben die Aktivisten der Mauerpark-Allianz am Montag in das Rathaus Wedding getragen. Darin waren Listen, auf denen Anwohner aus Wedding und Prenzlauer Berg, aber auch aus Italien, Spanien und Griechenland unterschrieben haben, um gegen ein neues Wohnviertel mit 708 Wohnungen am Parkrand zu protestieren. Die 39.000 Unterschriften hat die Mauerpark-Allianz, ein Zusammenschluss vieler Bürgerinitiativen, gesammelt und an Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) übergeben.

„Noch nie in der Geschichte wurde ein Bauvorhaben von Bürgern so klar abgelehnt“, sagt Sprecher Hartmut Bräunlich. Vor allem die Bewohner im Brunnenviertel haben Angst vor steigenden Mieten und Verdrängung. Spallek reicht die Unterschriften nun an seine Mitarbeiter weiter, die Listen werden als offizielle Einwendungen gegen das geplante Wohnprojekt behandelt. Am Montag endete die Frist für die öffentliche Auslegung der Planung.

Deal mit dem Eigentümer

Die Initiativen fordern, dass der Mauerpark nördlich des Gleimtunnels erweitert wird und dort keine Wohnungen gebaut werden. Das Areal befindet sich aber in Privatbesitz, das Land hat mit dem Eigentümer einen Deal ausgehandelt: Dieser überträgt sieben Hektar an das Land für die Parkerweiterung und erhält Baurecht für die Wohnungen.

Der Bezirk ist aber nur noch ein paar Wochen zuständig. Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) wird am Dienstag eine Vorlage in den Senat einbringen, die Mauerpark-Planung wegen der gesamtstädtischen Bedeutung an sich zu ziehen. Die Initiativen können dann nicht mehr durch ein Bürgerbegehren, das sie in Mitte beantragt haben, das Bauprojekt verhindern.