Nach der Besetzung einer Ferienwohnung und einer parallel dazu stattfindenden Spontankundgebung haben Polizeibeamte in Neukölln am Dienstagnachmittag insgesamt 29 Personen vorübergehend festgenommen.

Gegen die Personen gab es unter anderem Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs, Körperverletzung und Widerstands sowie Verstößen gegen das Waffen- und das Versammlungsgesetz.

Über den Notruf wurde die Polizei gegen 17.15 Uhr zum Maybachufer alarmiert. Die wenig später eintreffenden Polizisten stellten fest, dass sich rund 50 Personen vor einem Wohnhaus und diverse Menschen in einer Ferienwohnung im vierten Obergeschoss dieses Hauses befanden. Die Personen gaben an, die Wohnung besetzt zu haben und hiermit sowie mit einer dazu spontan angemeldeten Kundgebung gegen Wohnungsnot und Massenunterkünfte demonstrieren zu wollen.

Der Vermieter wurde über die Personen in seiner Wohnung informiert und erstattete unter anderem Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, so dass die Beamten die Wohnung gegen 20 Uhr räumten und die anwesenden 14 Personen vorläufig festnahmen.

Trotz mehrfacher Aufforderungen hatten sich Teilnehmer der inzwischen bis auf 100 Personen angewachsenen Kundgebung zuvor geweigert, der Polizei den Zugang zum Wohnhaus zu ermöglichen. Die Beamten verschafften sich den Zugang.

Gegen 20.30 Uhr meldete ein Teilnehmer der Kundgebung einen Aufzug an, der sich gegen 21 Uhr mit rund 120 Teilnehmern in Bewegung setzte und ohne weitere Zwischenfälle bis zur Nansenstraße zog.
Die Wohnung wurde dem Verantwortlichen übergeben, der die Sicherung übernahm. (BLZ)