Berlin - Dass der Bau von Hochhäusern in einigen Gegenden Berlins nicht gern gesehen ist, ist spätestens seit der Kampagne „Mediaspree versenken!“ bekannt. Vor acht Jahren votierten 87 Prozent der Teilnehmer an einem Bürgerentscheid in Friedrichshain-Kreuzberg gegen Neubaupläne von Investoren am dortigen Spreeufer. Stattdessen sollten mehr öffentliche Freiflächen entstehen.

Am Freitag übergaben am Roten Rathaus Mediaspree-Aktivisten zwei dicke Ordner voller Unterschriften gegen drei geplante Hochhäuser an der Spree. Die sollen zwar nicht in Friedrichshain oder Kreuzberg entstehen, sondern in Treptow. Aber, so sagte Robert Muschinski vom Bündnis „Mediaspree versenken!“: „Wir haben in einer Online-Petition für ein unbebautes Spreeufer auch dort 6000 Unterschriften zusammen bekommen.“

Der Senat solle den für das Projekt verantwortlichen Bezirk Treptow-Köpenick stoppen, lautet das Ziel der Aktion. Die Unterschriften, die an den Regierenden Bürgermeister und an den Stadtentwicklungssenator gerichtet sind, wurden von Mitarbeitern beider Politiker entgegengenommen.

Konkret geht es um ein Projekt des Berliner Unternehmens Agromex. Das will auf einer 7000 Quadratmeter großen Industriebrache neben dem Allianz-Tower an der Elsenbrücke drei Hochhäuser bauen. Zwei sind für etwa 280 Eigentumswohnungen vorgesehen, das dritte soll ein Hotel werden.

Ergebnis eines Architekturwettbewerbs ist auch, dass der Zugang zur Spree öffentlich bleibt, der Uferweg zehn Meter breit wird und ein 3000 Quadratmeter großer Park entsteht. Doch das besänftigt die Gegner nicht: Man protestiere gegen „Luxusbauten“, die das ohnehin steigende Mietniveau im Wohngebiet weiter anheizen würden, hieß es.