Berlin - Nach wochenlangen Ermittlungen ist es der Polizei offenbar gelungen, einen der Haupttäter einer  Serie von Auto-Brandstiftungen festzunehmen. Es handelt sich um einen 27-Jährigen, der gestanden hat, von Juni bis August in der Hauptstadt 67 Brandanschläge verübt haben. Insgesamt wurden mehr als 100 Fahrzeuge beschädigt.

Der Verdächtige wurde bereits am Freitag festgenommen.  Am Wochenende erließ ein Richter Haftbefehl.  „Dies ist ein sensationeller Fahndungserfolg“, sagte der Leiter des Berliner Landeskriminalamtes, Christian Steiof. Daran hätte auch die  Bundespolizei mitgearbeitet.

Noch nie brannten in Berlin so viele Autos wie in diesem Jahr, weshalb die Polizei   unter enormem Druck steht. Vom 1. Januar  bis Sonntag  wurden 470 Autos angezündet und 183 danebenstehende Fahrzeuge durch Flammen beschädigt.   Vor allem  in den Ortsteilen Moabit, Charlottenburg, Westend und Spandau soll der 27-Jährige Brände gelegt haben. Nach Informationen der Berliner Zeitung werden ihm auch mehrere Brandstiftungen im August im Villenbezirk Zehlendorf  zur Last gelegt.  

Brände im Minutentakt

Wegen dieser Brände, die teilweise im Minutenabstand erfolgten, hatte die Berliner Polizei im August eine „Besondere Aufbauorganisation“ gegründet.  Sie machte dabei von einem Angebot  des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) Gebrauch und wird seither von hunderten Zivilfahndern der Bundespolizei unterstützt.

Auf die Spur kam  die Polizei dem Verdächtigen durch die Auswertung von Videoaufzeichnungen aus der U-Bahn, die der Mann benutzt hatte, um zu den Tatorten zu gelangen. Bundespolizisten ermittelten schließlich seine Identität.

Nach anfänglichem Leugnen räumte der Mann schließlich  mehre Brandstiftungen ein, als ihm  anfangs zur Last gelegt worden waren. Er schilderte detailliert, wie er die Taten beging, so dass es nach Darstellung der  Ermittler  keinen Zweifel gibt, er könnte sie auf  Druck der Polizei hin gestanden haben. Die Polizei prüft, ob er datrüberhinaus noch weitere Brandstiftungen  beging.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen gelernten Lackierer, der jahrelang arbeitslos war und verschuldet ist. Er lebte bei seiner Mutter im Berliner Ortsteil Moabit.

Als Motiv gab er Frust über seine Arbeitslosigkeit an.  Der 27-Jährige hatte es auf deutsche Automarken abgesehen. LKA-Chef Steiof sprach von einem „diffusen Sozialneid“, der den Mann getrieben habe.

Dass die nächtlichen Autobrände damit gestoppt sind, glaubt Steiof jedoch nicht. „Es geht weiter, aber nicht in diesem Ausmaß. Aber der Fall stützt unsere These, dass viele Taten auf das Konto weniger gehen.“