Berlin - Läden und Kneipen sind geschlossen, Kinos und Theater ebenfalls. Weil in Corona-Zeiten weniger los ist als früher, ging der Verkehr zurück. Doch das hält die Expansion des Mobilitätsanbieters Free Now in Berlin nicht auf. „Trotz Corona ist die Zahl der Fahrzeuge weiter gestiegen“, sagte Alexander Mönch, der Deutschland- und Österreich-Chef des Unternehmens, der Berliner Zeitung. „Inzwischen vermitteln wir in Berlin rund 3000 Mietwagen mit Fahrer“ – rund 1200 mehr als vor einem Jahr. Ein Großteil des Zuwachses geht auf das Konto neuer Angebote. Mit Großraumtaxis und Limousinen der Oberklasse will das Unternehmen weitere Kunden gewinnen. Doch die rot-rot-grüne Koalition in Berlin sieht die Entwicklung kritisch. Sie brachte am Donnerstag einen Antrag ins Abgeordnetenhaus ein, der das Ziel hat, Fahrdienste wie Free Now und Uber in die Schranken zu weisen. Der Titel: „Uber und Co. regulieren – soziale Mobilität statt Verdrängungswettbewerb“.

Wer in der App von Free Now eine beliebige Fahrstrecke eingibt, der sieht, warum das Taxigewerbe solche Unternehmen als Konkurrenz fürchtet. Wählt der Kunde Free Now Ride und bestellt einen Mietwagen mit Fahrer, zahlt er weniger als für das Taxi, das ebenfalls angeboten wird. „Die Rahmenbedingungen sind leider so, wie sie sind“, erklärte Alexander Mönch. „Während Taxitarife starr sind, sind für Mietwagen flexible Preisgestaltungen möglich.“ Taxibetreibern sei es nicht möglich, auf die ungleichen Wettbewerbsbedingungen zu reagieren. Viele Pflichten, die sie erfüllen müssen, gelten für die Mietwagenbranche nicht. Die unterschiedlichen Preise seien das Ergebnis.

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