Lehrer und Erzieher an Brennpunktschulen erhalten mehr Geld. Die Pädagogen bekommen rückwirkend zum Schuljahresbeginn monatlich 300 Euro Zulage, wie die Koalitionsfraktionen von SPD, Linken und Grünen am Donnerstag mitteilten.

Das Abgeordnetenhaus beschließt die entsprechende Gesetzesänderung demnach am Donnerstag. Die Erzieher werden rückwirkend zum 1. August in die höhere Entgeltgruppe E 9 eingestuft. Das habe der Senat am Donnerstag im Bildungsausschuss bestätigt.

Rot-Rot-Grün will schwierige Arbeit würdigen

Brennpunktschulen haben einen besonders hohen Anteil von Kindern, die aus Hartz-IV-Familien oder Familien mit ausländischem Hintergrund stammen. Dort gibt es häufig mehr Probleme als an anderen Schulen. Mit dem Aufschlag will Rot-Rot-Grün die besonders schwierige Arbeit von Pädagogen und Erziehern an diesen Schulen würdigen. Mit der Besserstellung soll verhindert werden, dass ausgerechnet an Brennpunkt-Schulen die Fluktuation besonders hoch ist und mehr Stellen auf Dauer vakant bleiben – zum Nachteil der ohnehin benachteiligten Schüler.

Im Doppelhaushalt 2018/2019 hatte die Koalition dafür gut 17 Millionen Euro reserviert. Die Regelung würde für gut 50 der über 700 Berliner Schulen gelten. Nutznießer wären schätzungsweise 2000 von gut 30.000 Lehrkräften, also etwa jeder 15. Lehrer.

Quereinsteiger bleiben außen vor

Die Bildungsgewerkschaft GEW sprach von einem Schritt in die richtige Richtung – nicht zuletzt, weil entgegen ersten Überlegungen neben den Lehrern auch die Erzieher mehr Geld erhalten. Für die sehr herausfordernde Tätigkeit an Brennpunktschulen müssten die besten Lehrkräfte gewonnen werden, sagte ein GEW-Sprecher.

Allerdings blieben die Quereinsteiger im Lehrerberuf, von denen es gerade an Brennpunktschulen viele gebe, unberücksichtigt. Auch für Erzieher in Brennpunkt-Kitas, die oft direkt neben der Schule liegen, seien Lösungen nötig. „Das wurde hier nicht mitgedacht.“

Bessere Bezahlung auch für Erzieher geplant

Nach den Worten der Grünen-Bildungsexpertin Marianne Burkert-Eulitz sollen in den Genuss der Höherstufung nicht nur beim Land angestellte Erzieher kommen, sondern auch deren Kollegen von freien Trägern, die an den fraglichen Schulen arbeiten. Sichergestellt werde das über eine Änderung der Rahmenverträge mit diesen Trägern.

Die Koalitionsfraktionen kündigten zudem an, in einem nächsten Schritt sogenannte koordinierende Erzieher – also solche mit Leitungsfunktion – sowie Integrationsfacherzieher an den Brennpunktschulen besser zu bezahlen. Diese fallen derzeit zumeist unter die Entgeltgruppe E9. Rot-Rot-Grün setze sich darüber hinaus für eine Besserstellung der Schulsozialarbeiter ein, hieß es. (BLZ, dpa)