Berlin - Aus der deutschen Hauptstadt sind innerhalb Deutschlands im vergangenen Jahr mehr Menschen fortgezogen als neue Bewohner hinzugekommen sind. Auf Grundlage dieser Bilanz lebten Ende 2018 – rein mathematisch betrachtet – etwa 8000 Menschen weniger in Berlin als im Jahr 2017. Das geht aus der jüngsten Statistik des Bundes für Statistik für das Jahr 2018 hervor.

Auf die Region Berlin-Brandenburg bezogen heißt das, dass im Jahr 2018 etwa 33.000 Berliner nach Brandenburg gezogen sind. Die einstigen Hauptstädter bilden damit die größte Gruppe der Zuzügler in Brandenburg.

Zuzug: Brandenburg liegt auf Platz 1

In der Gesamtbilanz aller Zu- und Fortzüge für das Jahr 2018 leben derzeit etwa 15.000 Menschen mehr in Brandenburg als ihm Vorjahr. Das Bundesland liegt damit an erster Stelle im Vergleich der innerdeutschen Wanderungsbewegung aller Bundesländern: Auf Patz 2 folgt Bayern, wo nun 9000 Menschen mehr leben und Schleswig-Holstein, das einen Zuwachs von 8000 Menschen verzeichnen konnte, dank der vielen Hamburger, die nach Schlsewig-Holstein gezogen sind.

In Berlin ist trotz der Minusbilanz die Zahl der Bewohner erneut gewachsen. Das liegt an den vielen Menschen, die 2018 aus dem Ausland nach Berlin gezogen sind. Etwa 109.000 Ausländer kamen nach Berlin, dazu zählen Flüchtlinge, EU-Bürger und Arbeitnehmer aus der ganzen Welt. Hingegen sind etwa 71.000 Menschen von Berlin aus ins Ausland gegangen.

Berlin hat gut 100.000 Einwohner mehr als noch vor zwei Jahren

In der Gesamtbilanz ist die Bevölkerung Berlins im Jahr 2018 um etwa 31.000 Menschen gewachsen. Ende vergangenen Jahres lebten 3,6 Millionen Menschen in der Stadt. Das sind etwa 100.000 Menschen mehr als vor zwei Jahren.
Martin Axtnick ist Referent für Bevölkerungsstatistiken im Berliner Landesamt für Stataistik. Und er sieht zwei Gründe für das langsamere Anwachsen der Berliner Bevölkerung: „Zum einen hat der Zuzug aus dem Ausland nachgelassen, zum anderen ziehen immer mehr Berliner nach Brandenburg.“

Für umzugswillige Berliner ist längst nicht mehr nur das direkte Umland als neuer Wohnort attraktiv, auch weiter entfernt liegende Städte in Brandenburg wie Eberswalde und Neuruppin stehen auf der Wunschliste von Großstädtern. In den Brandenburger Städten außerhalb des Speckgürtels sehen Politiker dort noch genügend Potenzial, damit diese Ortschaften mit den Zuzüglern aus Berlin wachsen. Sie brauchen dafür aber ein bessere Infrastruktur, vor allem bessere Internet und Zugverbindungen sowie kürzere Planungszeiten. Das haben Brandenburger Bürgermeister auf dem jüngsten Brandenburger Städteforum im März 2019 gefordert. Dem vom Hype auf Berlin will auch die Provinz profitieren.