BerlinAuf dem Pankower Anger bauen die Marktleute ihre Stände auf. Der Wurst-Dealer schleppt Brötchen und bleiche Würste in seinen Wagen, die stillen Männer aus Indien, Bangladesch oder Pakistan haben ihre Gürtel ausgelegt, die Handyhüllen und die viel zu bunten Pullover. Ihr Atem gefriert wie meiner zu kleinen Wölkchen, und der Dezember hat gerade erst angefangen. Die Kinder auf dem Weg zur Schule drängeln sich an der Ampel, als sie plötzlich verwundert zu lauschen beginnen.

„Eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätä“, schallt es laut über den Platz. Eine Erinnerung an das, was die Adventszeit im letzten Jahr ausmachte, kriecht hoch. Fehlt bloß noch der Duft von gebrannten Mandeln und man wäre mittendrin im heimeligen Weihnachtsmarkt-Trubel. Der Mann im Broiler-Wagen hat seinen Rekorder aufgedreht. „Der hat aber gute Laune“, sagen die Kinder und freuen sich über die besonders lange Ampelphase. Ihre Augen beginnen zu glänzen. „Kling, Glöckchen, klingelingeling“, tönt es jetzt, es ist halb acht und die Erwachsenen lächeln sich schüchtern zu.

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