Nicht nur mehr Parks und Bäume, sondern auch begrünte Dächer sollen nach dem Willen der Berliner Grünen das Stadtklima verbessern. In einem Antrag an das Abgeordnetenhaus schlägt die Fraktion vor, bis 2020 „1000 Grüne Dächer“ in Berlin zu schaffen. Damit solle das Regenwasser besser kanalisiert, das Stadtklima gekühlt und die Berliner Artenvielfalt gestärkt werden, heißt es in dem Antrag. Ziel sei es, mindestens 70 Prozent der Neubauten mit Flachdächern auszustatten und diese zu bepflanzen. Vorbild seien Städte wie Hamburg, Bremen oder München, die solche „Gründachstrategien“ bereits umgesetzt hätten.

Mit einem Förderprogramm sollen private Bauherren über einen Zeitraum von fünf Jahren bei der Begrünung ihrer Dächer unterstützt werden. Gedacht sei daran, ihnen 20 bis 30 Prozent der Kosten zu erstatten. Vom rot-schwarzen Senat fordern die Grünen ein Landeskonzept dafür, um die in der Praxis schon erprobte Dachbegrünung in die Breite zu tragen.

Wie ein Schwamm

Grüne Dächer seien in der Lage, bis zu 60 Prozent des Regens zurückzuhalten und so die Kanalisation zu entlasten. Das Grün sauge das Wasser auf wie ein Schwamm. Derzeit werde durch die Versiegelung großer Flächen in der Stadt, durch Straßen, Plätze oder auch Dächer, bei immer häufigerem Starkregen mehr Wasser in die Kanalisation gespült, als sie aufnehmen könne, argumentieren die Grünen. „Die Folge: Ein Gemisch aus Fäkalien, Dusch- und Regenwasser fließt in unsere Gewässer, vornehmlich die Spree. Durch die langsame Fließgeschwindigkeit kommt es zu Fischsterben, von hygienisch unhaltbaren Zuständen ganz zu schweigen.“

Grüne Dächer leisteten auch einen Beitrag zur energetischen Sanierung der Gebäude, da sie im Sommer kühlten und im Winter wärmten. So würden Energiekosten gespart. Zudem wirkten sie im Sommer durch die Verdunstung einer Überhitzung in der Stadt entgegen. Außerdem werde das Stadtbild verschönert und so aufgewertet - die allgemeine Lebensqualität steige, hieß es. Jedes fünfte begrünte Dach wollen die Grünen zur Nutzung für Freizeit, Spiel und Sport freigeben. (dpa)