In einem Waffengeschäft wird das Magazin einer Schreckschusspistole mit Patronen geladen.
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BerlinImmer häufiger registriert die Polizei in Berlin illegal mitgeführte Schreckschusspistolen und das verbotene Abfeuern dieser Waffen. Im vergangenen Jahr wurden von der Polizei 335 Straftaten gegen das Waffengesetz mit Schreckschusswaffen erfasst. In den Jahren davor lagen die Zahlen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, jeweils deutlich darunter. 2018 waren es 265 Verstöße, 2017 nur 209 und in den Jahren zuvor 173 und 141.

Die Anzahl anderer Straftaten wie Bedrohung, Raub oder Diebstahl, bei denen der Täter eine Schreckschusspistole einsetzte, änderten sich hingegen über die Jahre kaum. Es waren jeweils etwa 100.

Überproportional sind es junge Männer, die eine Schreckschusspistole dabei haben. Von den insgesamt erfassten 1655 Verdächtigen (Jahre 2015 bis 2019) bei den Verstößen gegen das Waffengesetz waren knapp 800 männlich und unter 25 Jahren alt.

Schießen mit Schreckschusspistolen verboten

Erlaubt ist der Kauf und Besitz der sogenannten Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen (SRS-Waffen) für jeden Erwachsenen. Verkauft werden die Schreckschusspistolen in Waffenläden und im Internet für 100 bis 150 Euro.

In der Öffentlichkeit mit sich herumtragen darf man sie aber nur, wenn man einen sogenannten Kleinen Waffenschein besitzt. Den erhält man, wenn man keine Vorstrafen hat und eine Gebühr von 50 Euro bezahlt. In den vergangenen Jahren wurden immer mehr dieser Scheine ausgegeben: 21.000 waren zuletzt vergeben. 2010 lag die Zahl noch bei 7700.

Das Abfeuern in der Öffentlichkeit ist, abgesehen von wenigen Ausnahmen, verboten. Daran halten sich aber viele Besitzer nicht. Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte kürzlich, das verbotene Schießen mit den Pistolen habe „fast inflationär“ zugenommen. Dabei können Schüsse aus der Nähe gefährlich sein und durch ausgestoßene heiße Gase zu ernsthaften Verletzungen führen.