Berlin - Schallschutzwände sollen für Berliner den Schienenverkehrslärm erträglicher machen. Im Jahr 2018 wurden Wände auf einer Gesamtlänge von 1,9 Kilometern aufgebaut, wie die Deutsche Bahn der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Schwerpunkt war der Bezirk Berlin-Pankow im Ortsteil Blankenburg. Auch in diesem Jahr liege der Fokus auf dem Gebiet.

Bahn will Lärm durch Züge halbieren

Der bundeseigene Konzern hat sich zum Ziel gesteckt, bis 2020 den Schienenverkehrslärm zu halbieren. Neben dem Schallschutz an den Strecken rüstet die Bahn auch ihre Güterwagen um, damit diese bei der Fahrt leiser rollen.

In Berlin wurden nach Bahnangaben seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 22 Kilometern lärmsaniert. Die Kosten für den Bund und den Bahnkonzern beliefen sich dafür auf mehr als elf Millionen Euro.

Einsatz neuer Schutztechniken

Die Deutsche Bahn (DB) testet neue Techniken für den Schutz vor Güterwagenlärm. „Beispielsweise sind das niedrige Lärmschutzwände und sogenannte Mini-Schallschutzwände, die direkt an den Gleisen gebaut werden“, sagte der DB-Lärmschutzbeauftragte, Andreas Gehlhaar, der Deutschen Presse-Agentur. Damit wären die meterhohen grauen Aluschallschutzwände bei Wohnbereichen künftig vielleicht nicht mehr überall nötig. Auch Schienenstegdämpfer sollen getestet werden.

Derzeit werden in einem vom Bund finanzierten und bereits laufenden Projekt rund 30 Techniken zur Lärmminderung erprobt, wie es von der Bahn hieß. Viele der Modelle sollen in diesem Jahr an Streckenabschnitten zwischen München und Regensburg sowie zwischen Berlin und Cottbus errichtet werden. Danach soll es Messungen geben. Das Projekt laufe bis Ende 2020.

Vor Jahren hatte die Bahn schon einmal ähnliche kleine Lärmschutzwände im Mittelrheintal getestet. Die Region gilt in Deutschland als besonders lärmbelastet durch den Bahnverkehr. Lärm durch Verkehr - ob bei Eisenbahn, auf der Straße oder bei Flugzeugen - ist vielerorts für Anwohner ein Reizthema.

Leiser rollende Güterwagen

Neben den Schutzwänden sollen auch leiser rollende Güterwagen helfen, den Lärm beim Schienenverkehr in Deutschland zu mindern. Seit Jahren rüstet die Deutsche Bahn ihre Flotte um. Insgesamt sind in Deutschland rund 180 000 Güterwagen unterwegs, etwa ein Drittel entfällt auf die Bahntochter DB Cargo. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Betreiber von Güterverkehr.

Die Deutsche Bahn hat einen Großteil der Flotte bereits umgerüstet. „Wir sind aktuell bei rund 53 000 leisen Güterwagen“, sagte Gehlhaar. „85 Prozent der Cargo-Flotte der DB ist jetzt schon leise. Wir werden im nächsten Jahr die gesamte Flotte leise haben.“

Hintergrund ist ein Gesetz des Bundes, das es besonders lauten Güterwagen ab Ende 2020 verbietet, auf dem deutschen Schiennetz zu rollen (Schienenlärmschutzgesetz). Vom Hamburger Waggonvermittler VTG teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit, dass die Umrüstung der in Europa betroffenen Wagen bis Ende 2020 erfolgen werde. Die Flotte werde laufend modernisiert und gewartet.

Die Deutsche Bahn konzentriert sich beim rollenden Verkehr auf die Güterwagen. Die Loks haben nach Angaben Gehlhaars dagegen andere Bremssysteme und spielten beim Thema Lärm derzeit nicht die zentrale Rolle. Bei den Güterwagen erziele man einen weitaus größeren Effekt. (dpa)