Unter dem Druck, den Wohnungsneubau in Berlin anzukurbeln, will Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) die Zahl der neuen Stadtquartiere erhöhen. Während bislang elf Quartiere mit 38.240 Wohnungen geplant waren, sollen es nun 14 Gebiete mit 41.940 Wohnungen werden. Das geht aus einer Senatsunterlage hervor, die der Berliner Zeitung vorliegt.

Demnach sollen die Quartiere am ehemaligen Rangierbahnhof Pankow mit 2000 Wohnungen, am Schöneberger Südkreuz mit 1200 Wohnungen und in der Neuen Mitte Tempelhof mit 500 Wohnungen neu hinzukommen. Diese Gebiete sind zwar keine komplett neuen Vorschläge für Wohnviertel. Dadurch, dass sie in den Kreis der bisher elf neuen Stadtquartiere aufgenommen werden, die vorrangig zu entwickeln sind, bedeutet dies aber, dass ihre Realisierung mit besonderem Nachdruck verfolgt wird. Zu den bisherigen elf Quartieren gehören unter anderem die Europacity am Hauptbahnhof mit 2700 Wohnungen, die Wasserstadt Oberhavel mit 4400 Wohnungen und das Schumacher-Quartier auf dem Areal des Flughafens Tegel mit 5000 Wohnungen.

30.000 Wohnungen bis 2021

Das politische Ziel, möglichst rasch für eine Entlastung auf dem angespannten Wohnungsmarkt zu sorgen, wird mit den neuen Quartieren jedoch nur bedingt erreicht. Lediglich für die Wohnungen am Südkreuz ist ein Baubeginn noch in diesem Jahr vorgesehen. Am ehemaligen Rangierbahnhof Pankow sollen die Arbeiten erst im Jahr 2021 beginnen. In der Neuen Mitte Tempelhof, einem rund 55 Hektar großen Gebiet rund um das Rathaus Tempelhof, wird ein Baustart erst für das Jahr 2026 vorausgesagt. Innerhalb dieser Legislaturperiode wird nach den internen Unterlagen voraussichtlich nur der Bau von 19.860 Wohnungen in den 14 Stadtgebieten beginnen. Eingerechnet sind dabei sowohl Wohnungen privater Bauherrn als auch landeseigener Unternehmen.

Die landeseigenen Unternehmen bauen nicht nur in den neuen Stadtquartieren, sondern an vielen Standorten. Laut Koalitionsvereinbarung sollen sie innerhalb dieser Legislaturperiode, also bis zum Jahr 2021, 30.000 Wohnungen fertigstellen. Für die Mieter ist dies wichtig, weil die städtischen Vermieter Garanten für preiswerte Wohnungen sind. 50 Prozent ihrer neuen Unterkünfte sollen Sozialwohnungen sein, die für 6,50 Euro je Quadratmeter vergeben werden. Der Rest soll für eine durchschnittliche Miete unter zehn Euro je Quadratmeter angeboten werden.

Das Problem: Die Zahl der Wohnungen der landeseigenen Unternehmen, die bis 2021 fertig werden, wurde mehrmals nach unten korrigiert, zuletzt auf gut 25.000 Wohnungen, was zu scharfer Kritik der Opposition an der Stadtentwicklungssenatorin führte. Lompscher versucht unterdessen, das Ziel von 30.000 neuen Wohnungen bis 2021 einzuhalten. „Es ist jetzt eine vorrangige Aufgabe, laufende Projekte zu beschleunigen und bestehende Hemmnisse abzubauen“, sagt sie. „Deshalb müssen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften ihre Nachverdichtungspotenziale auf eigenen Grundstücken von über 3000 Wohnungen und ihre Aufstockungsreserve von über 1500 Wohnungen jetzt auch in Angriff nehmen.“