Berlin - Nach dem Säureanschlag auf eine 27 Jahre alte Frau in Prenzlauer Berg hat die Polizei noch keine heiße Spur zu dem Täter. Auch die Zusammensetzung der Substanz ist noch nicht analysiert. Es wird nicht ausgeschlossen, dass es sich bei der Flüssigkeit um Säure aus einer Batterie handelt.

Wie berichtet, war die Passantin am Dienstagabend gegen 23 Uhr zu Fuß auf dem Gehweg der Kniprodestraße unterwegs. Ein Fahrradfahrer fuhr an ihr vorüber und spritze der Frau eine Flüssigkeit ins Gesicht. Sie lief nach Hause und wusch sich das Gesicht. Dabei spürte sie brennenden Schmerz. Sie  informierte daraufhin die Feuerwehr. Rettungssanitäter brachten sie in das Unfallkrankenhaus Marzahn. Nach ambulanter Behandlung konnte sie die Klinik wieder verlassen. Ob Schäden zurückbleiben, ist noch nicht klar.

Mann fuhr auf einem schwarzen Damenfahrrad

Die Polizei, die  wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, geht davon aus, dass sich Opfer und Täter nicht kennen. Es gibt eine vage Beschreibung des Fahrrads, mit dem der Unbekannte unterwegs war. Demnach fuhr er auf einem schwarzen Damenfahrrad, an dessen Lenker ein Metallkorb befestigt war. Der Täter war ohne Licht unterwegs.

Er soll etwa 1,75 Meter groß sein. Die Beschreibung des Mannes reiche nicht für ein Phantombild, hieß es am Donnerstag im Polizeipräsidium. Hinweise auf ein politisches Motiv hat die Polizei nicht. Möglicherweise sei es ein Mann, der Frauen verabscheut, so Ermittler.

Drei Frauen mit ätzenden Flüssigkeiten bespritzt

Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich um einen Serientäter handelt.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres waren in der Umgebung der Kniprodestraße bereits drei Frauen mit ätzenden Flüssigkeiten bespritzt worden. So hatte am 7. Dezember ein unbekannter Radfahrer gegen 23.15 Uhr vor einem Wohnhaus in der Greifswalder Straße beim Vorbeifahren einer 27-jährigen Frau aus einer Wasserspritzpistole eine Flüssigkeit ins Gesicht gespritzt.

Die Frau flüchtete in das Treppenhaus und spürte einen brennenden Schmerz. Sie wurde am Tatort von der Feuerwehr behandelt. Wenige Minuten später soll der Gesuchte in der Hosemannstraße einer 28-jährigen Frau eine Flüssigkeit seitlich in das Gesicht gesprüht haben.

Einen Tag später zeigte eine 30-jährige Fußgängerin an, dass sie an der Friesicke-Ecke Charlottenburger Straße ebenfalls von einem vorbeifahrenden Radfahrer mit einer Flüssigkeit bespritzt worden sei. Die Frau lief nach Hause und alarmierte von dort aus einen Rettungswagen, der sie zur ambulanten Behandlung in eine Augenklinik brachte.

Die Frauen hatten den Täter als schlank beschrieben Er soll eine auffällige beigefarbene Mütze sowie eine weit geschnittene dunkle Jacke getragen haben.