Dirk H. hat Flüchtlingsunterstützer bedroht. Dafür muss der mehrfach vorbestrafte Mann nun in Haft. Er macht es immer wieder: Er hat die Berliner S-Bahn bedroht, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag Katrin Göring-Eckard beschimpft, die Geburtstagsfeier von Gerhard Schröder vor zwei Jahren mit einem Drohanruf platzen lassen. Am Donnerstag ist der 39-jährige arbeitslose Dirk H. vom Amtsgericht Tiergarten wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung schwerer Straftaten und Bedrohung zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Ohne Bewährung.

„Eure Bude fackeln wir ab!"

Dirk H. hatte im Juli vorigen Jahres die Mitglieder der Flüchtlingsinitiative "Hellerdorf hilft" mit mehreren Mails bedroht. Er schrieb darin Sätze wie: "IHR PACK... Und EURE BUDE fackeln wir auch ab!!! Eure Mitarbeiter sind Uns nichts Wert, ebenso wie Euer Leben!!!...PS. Ich bin als einer der aller schlimmsten Bombendroher/Intensivtäter/psychisch Kranken bekannt."

H. stellte sich damals selbst der Polizei. Setzte fünf Tage später aber noch einmal eine Mail ab. Richterin Monika Pelcz nannte die Taten des Angeklagten schändlich. „Sie wollten mir ihren Mails Angst und Schrecken verbreiten", begründete Richterin Monika Pelcz das Urteil. Es sei bekannt gewesen, dass der Verein damals schon mit ganz anderen Drohungen habe leben müssen. Dirk H. habe aus großem Hass gegen sich selbst aber auch gegen den Verein, der sich um Flüchtlinge gekümmert habe, gehandelt.

Laut Richterin sei es nicht möglich, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. „Sie haben immer wieder einschlägige Straftaten begangen", sagt Pelcz. Und nie habe ein Urteil den Angeklagten von einer erneuten Bedrohungstat abbringen können.

Das Strafregister von Dirk H. weist 18 Einträge auf. Der aus Niedersachsen stammende Mann ist  immer wieder wegen Bedrohungen, Beleidigungen oder Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat verurteilt worden. 2011 wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Monaten verurteilt, weil er der S-Bahn mit „Es wird Zeit, dass Züge brennen!" gedroht hatte.

Geburtstagsparty des Alt-Kanzlers gesprengt

Am 12. Mai 2014 rief der erst kurz zuvor aus der Haft entlassene Mann aus einer Telefonzelle in Spandau im noblen Schlosshotel Kronberg im Taunus an, in dem Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) seinen 70. Geburtstag nachfeiern wollte. „Ich habe Bombe gelegt. In einer Stunde, tschüss", soll er dem Hotel-Azubi, der ans Telefon gegangen war, gesagt haben. Daraufhin wurde das Hotel geräumt, 92 Partygäste musste sich einen anderen Ort zum Feiern suchen.  Der Schaden lag bei 4000 Euro.

Einen Tag später schickte Dirk H. dem Hotel eine Mail und entschuldigte sich. Vor der Polizei sagte er, dass er es der  „Politik-Wirtschafts-Promimischpoke“ habe zeigen wollen. Das Geständnis widerrief er später. Trotzdem wurde er für den Drohanruf im März diesen Jahres vom Amtsgericht Königstein zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. Ebenfalls ohne Bewährung.  Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, weil sowohl Dirk H. als auch der Staatsanwalt Berufung eingelegt haben.

Laut einem psychiatrischen Gutachten soll Dirk H. an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leiden und alkoholabhängig sein. Er hat seit 2009 einen Betreuer, der sich um seine Post, seine Geldgeschäfte und Behördengänge kümmert.