Berlin - Die Energiewende könnte den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) enorme Zusatzkosten bescheren. „Im schlimmsten Fall hätten wir mit 15 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr zu rechnen“, sagte Petra Reetz, die Sprecherin des Landesunternehmens, auf Anfrage.

Es geht um die Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die Stromverbraucher zahlen müssen, um den Ausbau erneuerbarer Energien wie Solar- und Windstrom zu finanzieren. Bislang sind Schienenbahnbetreiber wie die BVG von der Zahlung größtenteils befreit. Doch das würde sich ändern, wenn sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mit seinem Plan durchsetzt, dass künftig nur noch Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, in den Genuss dieser Regelung kommen.

Der Wegfall der Befreiung belaste die BVG mit zwölf Millionen Euro, hieß es in einer ersten Schätzung. Zudem sei von einer höheren Umlage auszugehen, was weitere Zusatzkosten in Höhe von 2,5 Millionen bis drei Millionen Euro bedeuten würde. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen kritisierte, dass die Energiewende den umweltfreundlichen Nahverkehr belasten soll – was auch zu höheren Fahrscheinpreisen führen könnte.

Bisher sieht der am Montag verabschiedete Wirtschaftsplan vor, dass die BVG-Fahrgelderträge 2013 um 3,2 Prozent steigen werden. Für den BVG-Konzern wird ein Verlust von 53,6 Millionen Euro erwartet. Die möglichen Folgen der Energiewende kämen noch hinzu.