Sie isst einen Pfirsich, das kann man erkennen, auch wenn die Frucht nur ganz verwischt vor dem Mund des Mädchens dargestellt ist. Es sieht so aus, als liefe es barfuß einen Sandstrand entlang. Es muss Sommer sein, das kurzberockte Blümchenkleid mit den Hemdchenträgern besagt es. Und womöglich fühlt diese Lolita – zwischen Kind- und Frau-Sein – sich noch ganz frei, leicht, unbeschwert.

Aber eben nur womöglich, denn in diesem Gemälde des Malers Andy Denzler, das jetzt neben anderen in der Galerie Schultz zu sehen ist , gibt es keine Gewissheiten, keine zusammenhängende Bilderzählung. Alles Erkennbare wirkt sogleich wieder verwischt, die Farben – Acryl und Öl verlaufen als Mischtechnik ineinander – und Konturen sind extrem verzogen, schweben zwischen Schärfe und Unschärfe. Ein Bild zwischen Sein und Nichtsein, so könnte man es mit Shakespeares Dramatikersprache sagen.

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