Berlin - Das Haus im Grünen ist gefragt. In vielen Großstädten führen steigende Preise jedoch dazu, dass Kaufinteressenten stärker im preisgünstigeren Umland nach einer Immobilie suchen. In der Hauptstadtregion ist dieser Trend jedoch nur schwach ausgeprägt. Denn in Berlin ist das Interesse an einem Eigenheim in den vergangenen fünf Jahren mit einem Plus von 24 Prozent etwa genauso stark gestiegen wie im Umland mit 25 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Internetportals Immowelt.

Für die Untersuchung wurde die Entwicklung der Nachfrage nach Häusern in elf Großstädten und deren bis zu 40 Minuten entferntem Umland untersucht. Berechnet wurde dabei, wie viele Anfragen Anbieter im Durchschnitt auf ihre Objekte erhalten haben, die sie über Immowelt offerierten. In Berlin wurden Häuser laut Immowelt im Jahr 2020 im Mittel für 610.000 Euro angeboten, im Umland für 420.000 Euro

Besonders ausgeprägt ist der Drang ins Umland in München und Köln. In beiden Städten sind die Anfragen laut Immowelt pro inseriertem Haus innerhalb des 40-Minuten-Radius in etwa doppelt so stark gestiegen wie im Stadtgebiet. In München hat sich der Anfragenquotient in der Stadt um 31 Prozent erhöht, im Umland um 57 Prozent. Die erhöhte Nachfrage hat dazu geführt, dass bereits im Münchner Speckgürtel ein Haus im Mittel 1,1 Millionen Euro kostet. In der City sind es sogar 1,3 Millionen.

Erfasst wurden die Angebotspreise, nicht die Kaufpreise

In Köln ist die Spanne noch etwas größer: Die Anfragen nach Eigenheimen im Stadtgebiet sind um 74 Prozent gestiegen, während sie im Speckgürtel um 156 Prozent zulegten. Das Preisniveau ist allerdings deutlich niedriger als in München: Häuser in Köln werden im Mittel für 650.000 Euro angeboten, außerhalb der Stadt für 450.000 Euro. Wichtig: Immowelt hat die Angebotspreise erfasst. Zu welchen Preisen die Häuser später verkauft wurden, falls sich Erwerber fanden, ist nicht bekannt.

„Wir beobachten bereits seit einigen Jahren den Trend, dass die Nachfrage in den Speckgürteln rings um große deutsche Städte stark ansteigt – teils wegen der Preisentwicklung in den Städten selbst, teils wegen höherer Ansprüche an das eigene Wohnumfeld“, sagt Immowelt-Chef Cai-Nicolas Ziegler.

Manchmal ist das Umland teurer als die Stadt

Bisher zeichnet sich der Trend zur Stadtflucht besonders in teuren Großstädten ab. Ob sich dieser Trend deutschlandweit durchsetzt, ist offen. In Städten wie Frankfurt und Düsseldorf ist trotz hoher Preise noch keine Ausweichbewegung ins Umland wahrnehmbar. Im Gegenteil: Das Frankfurter Stadtgebiet verzeichnet in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von 203 Prozent bei den Anfragen pro Eigenheim, das Umland lediglich einen Anstieg von 69 Prozent. Ein Grund dafür könnte laut Immowelt sein, dass Häuser im Umland teils teurer sind als in der Stadt.