Berlin - In den Augen der Stasi waren sie Staatsfeinde: Die Punks in der DDR. Einer dieser jungen Wilden war der heutige Tätowierer und Seriendarsteller Daniel Krause, bekannt aus „Berlin – Tag & Nacht“. Seine Clique trug Lederjacken und kaputte Stiefel aus alten Kellern, die Tattoos waren selbst gestochen.

Daniel Krause: „Punk sein hieß für uns sichtbar gegen das System zu sein"

Im Jahr 1987 beteiligten sich die Punks an den Pfingstunruhen, bei denen zum ersten Mal in Berlin der Ruf „Die Mauer muss weg“ erklang. Über diese Zeit hat Krause, 50, nun ein autobiografisches Buch geschrieben. Es heißt „Freiheit unterm Ladentisch – Mein Leben als Punk in der DDR.“

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls erinnert Krause an die Ost-Berliner Subkultur und die Jugendlichen, die sich der „Feier des Dagegenseins“ verschrieben hatten. „Punk hieß für uns, sichtbar gegen das System und die Zwänge der Betriebe zu sein“, sagt Krause.

Punk sei damals mehr als Biertrinken gewesen. Krause erhielt Aufenthaltsverbot am Alexanderplatz, weil er bunte Haare hatte. Mit 18 Jahren wurde er in Rummelsburg inhaftiert. „Meine Erfahrungen mit dem Staat haben Traumata hinterlassen“, sagt Krause. Dies habe er mit dem Buch verarbeiten wollen.

Krause schildert aber auch das wilde Leben jenseits von FDJ und Berufsschule – der erste Kuss unterm Fernsehturm, das erste blaue Auge, die Faszination für Frisuren von Wave-Bands wie „The Cure“. Dies waren die kleinen Freiheiten angesichts der großen Unfreiheit.