Frank Henkel (CDU) ist ein leidenschaftlicher Kämpfer für die direkte Demokratie. Zumindest als er noch Oppositionspolitiker war. Und wenn ihm die Stoßrichtung des anstehenden Volksentscheids passt. Wir dokumentieren hier in wesentlichen Auszügen Henkels Plädoyer für einen Volksentscheid zusammen mit einem Wahltermin. Es geht allerdings nicht um den aktuellen Energietisch, sondern um den Pro-Reli-Volksentscheid von 2009. Im Abgeordnetenhaus sagte damals CDU-Fraktionschef Henkel:

„Sehr geehrte Damen und Herren, ... das politische Kalkül dabei ist doch klar: Sie wollen eine möglichst niedrige Wahlbeteiligung, weil Sie die Meinung des Volkes fürchten und eine Heidenangst davor haben, eine Niederlage einzufahren. Da ist es Ihnen völlig egal, dass Sie den Steuerzahlern 1,4 Millionen Euro völlig unnötiger Kosten aufbürden. Das entspricht auch dem Geist der Berliner Verfassung. (...) Aber jetzt ist Ihnen offenbar kein fadenscheiniges Argument zu schade, um aus dieser Sache herauszukommen. (...) Das ist doch lächerlich, was Sie hier abliefern! Es gehört zur gewünschten demokratischen Kultur, dass eine Entscheidung breit legitimiert ist und möglichst viele Befürworter, aber auch die Gegner zu Wort kommen. Wenn Sie einen Termin suchen, an dem die Beteiligung möglichst niedrig ist, die Kosten möglichst hoch und die Organisation besonders hektisch und chaotisch ist, dann haben Sie den Sinn eines Volksbegehrens offenbar nicht verstanden. Dann frage ich mich auch, (...) meine Damen und Herren von der Koalition: Was ist das für ein trauriges Demokratieverständnis, das Sie hier an den Tag legen?“

Das Protokoll der Plenarsitzung (Henkels Rede beginnt auf Seite 3741)notiert an mehreren Stellen Beifall von der CDU und der FDP.