Es soll ein stilles und doch starkes Zeichen werden. Unter dem Motto „Flüchtlinge willkommen, Fluchtursachen überwinden – Lichtzeichen setzen“ rufen Berliner Parteien, Vereine und Organisationen zu einer Lichteraktion am Sonnabend auf. Sie wollen ihre Solidarität mit Flüchtlingen bekunden und rufen Politiker auf, aktiv zur Verbesserung der Situation in den Herkunftsländern beizutragen.

Geplant ist eine 30 Kilometer lange Kette aus Menschen, die mit Kerzen, Feuerzeugen, Lampions, Windlichtern, LEDs und Taschenlampen einen Lichtlinie bilden. Sie soll entlang der zentralen Ost-West-Achse in Berlin verlaufen: Von der Heerstraße in Staaken über den Kaiserdamm, die Bismarckstraße, die Straße des 17. Juni, Unter den Linden, den Alexanderplatz und die Frankfurter Allee bis nach Kaulsdorf verlaufen. Start der Aktion ist um 20 Uhr, eine Viertelstunde sollen die Lichter leuchten.

Federführend unter den Initiatoren ist das Ökumenische Zentrum aus Charlottenburg. Der seit 1997 bestehende gemeinnützige Verein führt Veranstaltungen im Rahmen der Umwelt- und Friedensbildung durch. „Berlin, Deutschland und die Welt sollen sehen, dass wir nach wie vor zu Flüchtlingen stehen“, sagt Pfarrer Peter Kranz vom Ökumenischen Zentrum.

100.000 Menschen machen Licht

Es ist nicht das erste leuchtende Zeichen, dass der Verein initiiert. Im Jahr 2003 bildeten über 100.000 Berliner eine ebenfalls 30 Kilometer lange Lichterkette gegen den Irak-Krieg, 2005 mahnten 25.000 Menschen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes nie wieder Faschismus an. Auch die Lichtgrenze zum Mauerfalljubiläum im vergangenen Jahr - da allerdings ohne menschliche Beteiligung - hat die Hauptstadt in leuchtender Erinnerung.

"Eine Lichterkette ist als Gegenbild zu Krieg und Gewalt das wohl friedlichste Zeichen, das Menschen öffentlich geben können", heißt es auf für die Lichterkette eingerichteten Homepage. "Dieses Bild hat 1989 im Zuge der Bürgerbewegung der ehemaligen DDR eine gute Tradition in Deutschland gegründet."

Treffpunkte für die Lichterkette: Sonnabend, 17. Oktober, um 19.30 Uhr an einem der 22 Treffpunkte an der Route. Eine Übersicht finden Sie hier.