Berlin - Die Baugrube ist schon ausgehoben, am Mittwoch wurde der Grundstein gelegt für die Vertriebszentrale von Mercedes-Benz in Friedrichshain. Sie entsteht gegenüber der East Side Gallery, auf einer Brache neben der Großarena am Ostbahnhof. Ab Mitte 2013 sollen dort rund 1.200 Mercedes-Mitarbeiter arbeiten, die bislang auf vier Standorte in der Stadt, darunter am Potsdamer Platz, verteilt sind. Der Komplex aus dem 51-Meter-Turm nebst drei flacheren Gebäuden ist die erste Investition auf dem Areal um die O2 World.

Dass der Autokonzern mit dem Stern sich im Kernland der Grünen, in Friedrichshain-Kreuzberg, niederlässt, hat dort nicht nur Freude ausgelöst. Der grüne Bürgermeister Franz Schulz bekannte öffentlich, er halte die Autoindustrie für eine sterbende Branche. Auch seine Partei ärgerte den Investor, als sie (allerdings vergeblich) versuchte, den seit 2004 gültigen Bebauungsplan zu kippen, um das Hochhaus zu verhindern. Schließlich sind im Mediaspree-Bereich Hochhäuser bei vielen verpönt. Umso vehementer lobte am Mittwoch Bernhard Hansen, Chef des Investors CA Immo, „all jene Politiker, die zu dem stehen, was sie mal beschlossen haben“. SPD-Vizebürgermeister Peter Beckers lobte zurück und sprach die Hoffnung auf positive Impulse für seinen Bezirk aus, zum Beispiel beim Thema Elektro-Mobilität.

Auch für die weitere Bebauung auf dem Areal wird das Hochhaus laut Senatsbaudirektorin Regula Lüscher Impulse geben. Sie hatte grundlegende Änderungen an der Fassade durchgesetzt. Diese wird feingliedriger und erhält doppelte Scheiben. Die äußeren sind beweglich und erzeugen je nach Sonnenstand Lichtreflexe „wie ein Kristall“.