Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Bund der Vertriebenen (BdV) als Brückenbauer für Europa gewürdigt. Das Erinnern an die bewegte Vergangenheit bilde «eine starke Klammer für ein immer enger zusammenrückendes Europa», sagte sie am Dienstag auf dem BdV-Jahresempfang in Berlin. Die Geschichte der Vertriebenen sei zugleich eine Erfolgsgeschichte des Neustarts und der Integration in Deutschland, betonte Merkel. Gewürdigt werde diese Leistung auch durch die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Die Planungsarbeiten für das 2008 nach jahrelangen Diskussionen beschlossene Dokumentationszentrum seien weit vorangeschritten.

BdV-Präsidentin Erika Steinbach sagte, die Vertriebenen spürten aus den beteiligten Staaten in Osteuropa inzwischen «viele Zeichen des Mitgefühls und der Zuwendung». So habe der tschechische Regierungschef Petr Necas vor dem bayerischen Landtag Worte der Anteilnahme an die Sudetendeutschen gerichtet und ihre Vertreibung ausdrücklich bedauert. In Ungarn werde zudem mit einem nationalen Gedenktag an die Vertreibung der Nachfahren deutscher Einwanderer erinnert. (dpa)