Berlin - Dem coolen Teenager mit der löchrigen Jeans merkt man am Donnerstag plötzlich sein Alter an. Im Zeugenstand sitzt am heutigen sechsten Verhandlungstag im Prozess um den Messerangriff im Monbijoupark eben doch erst ein 15-jähriger Junge, der über den gewaltsamen Tod seines besten Freundes aussagen muss. Manchmal versagt ihm währenddessen die Stimme. Marcillo A. war dabei, als Momo am letzten Oktobertag vergangenen Jahres gestorben ist und hat auch die zweite Tat an seinem Bekannten Achmed S. gesehen. Der 22-Jährige überlebte damals mit einer Stichverletzung. Marcillo sitzt nur wenige Meter neben dem Beschuldigten Gökhan Ü., der heute auf der Anklagebank hinter Glas Platz nehmen muss.

Marcillo erzählt, wie sehr ihn der Tatabend noch immer belastet. Nach der Tat habe er lange nicht schlafen können. „Ich kenne Momo besser als meinen Bruder“, erzählt der Freund, „er macht keinen Stress einfach so.“ Vor allem darum geht es hier im Landgericht nämlich. Die Frage ist nicht, wer hat Momo getötet – der Beschuldigte hat beide Taten bereits zugegeben – sondern wie. Die Anklage glaubt, es war Totschlag. Für den Angeklagten war es Notwehr.

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