Ein Streit um eine Frau war Auslöser für die blutige Auseinandersetzung zwischen zwei arabischen Großfamilien am Donnerstagnachmittag in Charlottenburg. Vor einem Grillrestaurant am Adenauerplatz waren, wie berichtet, zwei Männer niedergestochen worden. Mittlerweile kennt die Polizei Details. Demnach waren mehr als zehn Männer gegen 17 Uhr zum Buffalo-Grill gefahren.

Vor dem Steakhaus verlangten sie vom Betreiber, einem Mitglied einer anderen Familie, vor die Tür zu kommen. Im Lokal warteten ebenfalls zehn Mitglieder des Clans des Wirtes. Die beiden Gruppen hatten sich vor dem Restaurant zu einer Streitklärung verabredet. Hintergrund war, dass ein Mann aus der Familie des Grillbetreibers eine Frau der Angreifer-Familie geschlagen haben soll. Dafür wollte sich der Clan der Frau rächen.

15 Schüsse auf Restaurant

Ermittler sprachen von einem „gezielten Angriff“. Bei der Auseinandersetzung wurden zwei Rache suchende Männer niedergestochen. Zusammen mit drei Angehörigen der anderen Familie wurden sie festgenommen. Die Männer wurden am Freitag im Landeskriminalamt vernommen. Die beiden Verletzten liegen noch im Krankenhaus, wo sie von der Polizei bewacht werden. 

Erst am Dienstag hatte es einen Angriff auf das Lokal einer arabischen Großfamilie in Treptow gegeben. Dabei waren 15 Schüsse auf das geschlossene Restaurant in der Puderstraße abgefeuert worden. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen sieht die Polizei derzeit nicht. 

Ermittlungen im Hintergrund

Die Berliner CDU forderte am Freitag eine spezielle Ermittlungsgruppe, die sich ausschließlich mit kriminellen arabischen Clans in der Hauptstadt befassen soll. Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Clan-Kriminalität sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Landeskriminalamt nötig, sagte der Vorsitzende des Innenausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, Peter Trapp, im rbb.

Wichtig seien aber vor allem Ermittlungen im Hintergrund. Weil organisierte Kriminalität auf Gewinnmaximierung aus sei, seien Finanzermittlungen wichtig. Es gehe darum, gerichtsfest nachzuweisen, dass diese Finanzströme illegal sind, so Trapp.