Zwei Mal innerhalb einer Stunde wurden in Steglitz Menschen durch Stiche lebensgefährlich verletzt. In einem Fall soll es um Zahlungsstreitigkeiten, im anderen um Prostitution gegangen sein. Zunächst waren am Dienstagabend in der Straße Unter den Eichen zwei Pärchen aneinander geraten. Auf dem Parkdeck eines Wohnhauses hatten sich gegen 20.15 Uhr ein 34-jähriger Mann und seine 35 Jahre alte Lebensgefährtin mit einem ihnen bekannten Pärchen im Alter von 31 und 34 Jahren gestritten.

Nach Darstellung der Polizei kam es zu einer Schlägerei zwischen den Pärchen, bei der der 34-Jährige eine lebensgefährliche Stichverletzung erlitt. Seine Begleiterin brachte ihn ins Auguste-Viktoria-Krankenhaus, wo er operiert wurde. Er ist inzwischen außer Lebensgefahr. Der 31-jährige Tatverdächtige und seine 34-jährige Ehefrau wurden noch am Tatort festgenommen. Sie werden derzeit von einer Mordkommission des Landeskriminalamtes vernommen. Ermittlern zufolge sollen Zahlungsstreitigkeiten der Grund für die Auseinandersetzung sein.

Wenig später gerieten auf dem Hindenburgdamm ein Mann und eine Frau in Streit. Die 25-jährige Klavdia D. stand an einer Bushaltestelle, als der 38-jährige Stojan Y. auf sie zu kam und lautstark mit ihr stritt. Den Ermittlungen zufolge stach er mehrmals auf die Frau ein – ob mit einem Messer oder einem anderen Gegenstand, das ist noch unklar.

Festnahme am Krankenhaus

Mit Stichverletzungen im Schulter- und im Brustbereich schleppte sich die Frau in eine nahe gelegene Kneipe. Dort alarmierten zwei Gäste die Feuerwehr. Ein Rettungswagen brachte Klavdia D. ins Auguste-Viktoria-Krankenhaus, wo sie operiert wurde. Sie ist inzwischen außer Lebensgefahr. Stojan Y. tauchte etwa eine Stunde nach dem Vorfall am Krankenhaus auf, wo ihn die Polizei festnahm. Er leistete keinen Widerstand.

Auch in diesem Fall ermittelt eine Mordkommission zu den Hintergründen. Sie geht unter anderem Vermutungen nach, wonach es sich bei der Tat um eine Auseinandersetzung im Rotlichtmilieu handeln soll. Als Zuhälter soll Stojan Y. die Bulgarin, die in Berlin keinen festen Wohnsitz hat, auf den Strich geschickt haben. Die Polizei wollte sich dazu bislang nicht äußern.