Zum Auftakt ihrer verstärkten Kontrollen auf Bahnhöfen und in Zügen hat die Bundespolizei in Berlin mehr als 300 Menschen kontrolliert. Dabei seien mehrere verbotene Gegenstände sichergestellt worden, sagte ein Sprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die große Mehrheit der Fahrgäste habe sich jedoch in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag an das Mitführverbot von gefährlichen Gegenständen gehalten. Das Verbot gilt für drei Monate und in allen Zügen sowie auf den Bahnhöfen zwischen Zoo und Lichtenberg.

Ordnungsverfügung erweitert Befugnisse der Polizei

Die sogenannte Ordnungsverfügung bietet der Polizei mehr Kontrollmöglichkeiten als sonst. Sie kann somit jeden Menschen durchsuchen, auch ohne dass es konkrete Verdachtsmomente gibt - und dabei auch verbotene und versteckte Waffen finden wie Schlagringe oder bestimmte Messerarten. Im Sommer war es in der Hauptstadt bereits an einem Wochenende getestet worden.

Zum Auftakt der nun dreimonatigen Phase sammelten die Polizisten bei den Kontrollen nach Angaben des Sprechers fünf Messer, dreimal Reizgas sowie einen Schlagring und einen Schlagstock ein. Weil „kein glaubhaftes Interesse“ nachgewiesen werden konnte, musste ein Mann auch einen Schraubenzieher abgeben. Einem Handwerker auf dem Weg zur Arbeit würde man sein Werkzeug hingegen nicht wegnehmen, erklärte der Sprecher.

Große Mehrheit der Fahrgäste hält sich an das Mitführverbot

Die Bundespolizei zeigte sich zufrieden mit dem Auftakt der Aktion. „Die große Mehrheit hat sich an das Mitführverbot gehalten. Zudem konnten wir gefährliche Gegenstände aus dem Verkehr ziehen“, so der Sprecher.

Seit Ende Mai 2018 verhängte die Bundespolizei in verschiedenen deutschen Städten 14-mal solche generellen Verbote von Waffen und anderen gefährlichen Gegenständen. Als Hintergrund nannte die Behörde eine Zunahme der Gewalttaten mit gefährlichen Gegenständen. Besonders Körperverletzungen mit Waffen, vor allem mit Messern, habe es seit 2014 verstärkt gegeben. Die Fahrgäste und auch das Bahnpersonal seien verunsichert.

Verbote gab es unter anderen in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt (Main), Nürnberg und Magdeburg. Während der Verbotszeiten wurden nach Angaben der Behörde insgesamt 4000 Menschen kontrolliert und 116 Verstöße festgestellt.

(dpa)