Gewitter über dem Gendarmenmarkt.
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Berlin Endlich wieder mehr Regen nach den trockenen Sommern der Vorjahre. Zum Teil kommt dieser aber recht heftig runter und sehr lokal. Für Meteorologen bedeutet dies aber kein Anlass zur Sorge. Ganz im Gegenteil: „Es ist wieder mal ein ganz normaler Sommer“, sagte Arne Reusch, Meteorologe bei der Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark), gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Die Regenschauer seien mit rund 40 Litern pro Stunde sehr kräftig, aber nicht außergewöhnlich, so Reusch. Der Eindruck, dass es sich bei den Schauern und Gewittern um etwas Ungewöhnliches handelt, könne nach den Extremsommern der letzten beiden Jahre trügen, so Reusch. Denn bislang liege der Sommer 2020 laut dem Klimamittel der letzten 30 Jahre ziemlich genau im Durchschnitt – „plus, minus 1 Grad“, so Reusch.

In Berlin hatten am Montag heftige Gewitter mit Sturmböen zu rund 300 zusätzlichen Einsätzen bei der Feuerwehr geführt. Vor allem der Nordosten der Stadt war betroffen. Für die Uckermark und den Landkreis Spree-Neiße, später auch für die Kreise Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald, hatte der DWD bereits am Vortag eine Unwetterwarnung herausgegeben.

Nichts ungewöhnliches war laut den DWD-Meteorologen auch eine sogenannte Trichterwolke in der Prignitz vergangene Woche. Augenzeugen hatten das auch als Funnelcloud bezeichnete Wetterphänomen aufgezeichnet. „Davon haben wir jährlich mehrere Hunderte in Deutschland“, sagte DWD-Sprecher und Tornadobeauftragter Andreas Friedrich. Erst, wenn die rotierende Luftsäule den Boden erreicht, sprechen die Meteorologen laut Friedrich von einem Tornado, der Schäden anrichten kann. Ganz ungefährlich sind die Wirbelwinde jedoch nicht, da sie jederzeit in einen Tornado umschlagen können. Wer eine Funnelcloud sieht, sollte sich in ein Gebäude begeben und abwarten, bis der Wirbelwind vorübergezogen ist.

Bei der Erfassung der Funnelclouds sind die Meteorologen auf Augenzeugen angewiesen, da die Wirbelwinde nicht mit dem Radar erfasst werden können. Zwar seien in den letzten Jahren mehr registriert geworden, das führt Friedrich aber darauf zurück, dass mehr Menschen Beobachtungen aufzeichnen könnten und melden.