Michael Müller: „Beim Thema Mobilität schauen viele nach Berlin“

Quito - Es sind die ganz großen Fragen, mit denen sich Berlins Regierender Bürgermeister in den vergangenen Tagen in Quito beschäftigt hat. Zum Beispiel die nach der Zukunft der weltweiten Megacities. Michael Müller (SPD) leitete für die deutsche Delegation die Verhandlungen beim UN-Weltsiedlungsgipfel Habitat.

Der Schwerpunkt der Habitat III Konferenz und der „New Urban Agenda“ liegt auf der nachhaltigen Stadtentwicklung. Was hat das mit der Situation in Berlin zu tun?

Die Themen, die im Rahmen des Habitat-Prozesses diskutiert werden, beschäftigen uns in Berlin auch sehr. Berlin erlebt die gleichen Veränderungsprozesse wie viele Städte weltweit.

Immer mehr Menschen kommen in die Stadt und wollen öffentliche Dienstleistungen, also Krankenversorgung, Mobilität und Bildung. Diese müssen organisiert werden, und gleichzeitig soll darauf geachtet werden, dass sich soziale Spaltungen nicht vertiefen. Das spielt eine große Rolle weltweit, und natürlich auch in Berlin.

Sie besuchten vergangene Woche auch die „Metropolis“ in Bogota, die außerordentliche Konferenz der Direktoren des weltweiten Städtenetzwerks. Welche Ideen und Kontakte nehmen Sie mit nach Berlin?

Bei solchen Veranstaltungen geht es um das Vernetzen und um das Voneinanderlernen. Zum Beispiel spielen Partizipations-Prozesse in den Städten eine zunehmende Rolle. Die Erfahrungen von verschiedenen Städten sind ganz unterschiedlich.

Die einen haben gute Erfahrungen mit speziellen Online-Angeboten, die anderen sagen, dass man viel mehr Bürgerversammlungen und direkte Gesprächssituationen braucht. Entscheidend ist, diese Erfahrungen aufzunehmen, auszuwerten und einzuschätzen, was für die eigene Stadt passen könnte. Das geht immer sehr gut auf der Metropolis-Konferenz.

Sind auch konkrete Partnerschaften im Rahmen von Metropolis entstanden?

Ja. Mit Buenos Aires haben wir eine Klimapartnerschaft verabredet, mit Johannesburg, dass wir unsere Mobilitätssysteme kritisch vergleichen. Die Stadt Berlin hat mit Paris im Rahmen der Ziele der Klimakonferenz gemeinsame Initiativen besprochen. Außerdem wurde in Amsterdam eine Bürgermeisterkonferenz abgehalten zur Frage, wie wir Städte mit der Aufnahme von Flüchtlingen umgehen sollen. Es gibt hierzu einen ständigen Austausch im Rahmen der Netzwerke.