Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rechnet damit, dass in einigen Jahren doch noch Wohnhäuser am Rand des Tempelhofer Feldes gebaut werden. Das gleiche gilt für die Elisabeth-Aue in Pankow. „Diese Flächen kommen wieder”, sagte Müller am Mittwoch in der Industrie- und Handelskammer. Gegen Ende der laufenden Wahlperiode 2021 oder kurz danach werde das Thema wieder eine Rolle spielen. „Die Diskussion beginnt wieder, weil der Druck wächst”, verwies Müller darauf, dass die Einwohnerzahl Berlins weiter steigt.

Baupläne für Elisabeth-Aue auf Eis gelegt

Vor vier Jahren hatte ein Volksentscheid die Baupläne des Senats für das frühere Flughafengelände in Tempelhof gestoppt. Müller bekannte: „Der Fehler war, dass wir zu viel wollten.” Baupläne für die 70 Hektar große Elisabeth-Aue waren in den rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen 2016 auf Eis gelegt worden.

Müller warf dem Bund zu viel Klein-Klein beim Verkauf von Baugrundstücken in Berlin vor. „Dieser Zirkus muss aufhören”, forderte der Rathauschef. „Ich kaufe dem Bund alles ab, was nicht niet- und nagelfest ist.”

Müller nimmt Lompscher in Schutz

Zugleich nahm der Regierende Bürgermeister seine Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) in Schutz. Kritiker werfen ihr vor, dass sie vor allem Mieten begrenzen wolle, aber zu wenig den Neubau vorantreibe. „Das ist richtig so, es ist verabredet im Senat”, hob Müller hervor. „Es geht nicht nur um Bau. Wir müssen alle Instrumente nutzen.” (dpa)