Mieten in Berlin: 64 Prozent haben keine Angst vor steigenden Mieten

Die Nachfrage nach Wohnungen in Berlin wächst durch den Zuzug immer mehr an, die Mieten steigen schneller als im bundesweiten Durchschnitt. Die überwiegende Mehrheit der Berliner hat damit jedoch kein Problem. 64 Prozent der Berliner erklärten jetzt in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, dass sie keine Sorge haben, sich ihre Wohnung aufgrund höherer Miet- oder Nebenkosten eventuell nicht mehr leisten zu können.

Forsa befragte im Auftrag der Berliner Zeitung vom 17. bis 29. April 1005 Berliner. Allerdings äußerten 36 Prozent der Befragten die Sorge, dass sie sich ihre Wohnung aufgrund steigender Miet- und Nebenkosten nicht mehr leisten können. In Berlin gibt es zurzeit rund 1,6 Millionen Mietwohnungen. Das bedeutet: Gut eine Million Mieter-Haushalte machen sich keine Sorgen, 576.000 Mieter-Haushalte befürchten, dass sie wegen steigender Kosten irgendwann ausziehen müssen.

Die Angst vor dem Verlust der eigenen Wohnungen ist in beiden ehemals getrennten Stadthälften nahezu gleich stark ausgeprägt. Während in den westlichen Bezirken 37 Prozent der Befragten die Sorge äußerten, sich die Miete bald nicht mehr leisten zu können, erklärten dies im Ostteil 36 Prozent der Menschen. Wie berichtet, ist mit 79 Prozent die weit überwiegende Mehrheit der Berliner Mieter zufrieden mit der eigenen Wohnung. Nur 21 Prozent der Befragten hätten lieber eine andere Wohnung.

Mietpreisbremse gilt ab Juni

Der Anteil der Berliner, bei denen die Miete in den vergangenen drei Jahren um mehr als zehn Prozent erhöht wurde, ist kontinuierlich gestiegen. Laut Forsa äußerten im Januar 2011 noch 15 Prozent der Befragten, dass die Vermieter die Miete in den zurückliegenden drei Jahren um mehr als zehn Prozent erhöht haben; im August 2012 waren es schon 20 Prozent und im April 2015 sogar 23 Prozent der Befragten.

Von denjenigen, die mit ihrer Wohnsituation unzufrieden sind, erklärten im Januar 2011 insgesamt 65 Prozent, dass sie Schwierigkeiten haben, eine andere Wohnung zu finden. Im August 2012 waren es schon 68 Prozent und im April 2015 schließlich 80 Prozent. Der Anteil der Menschen, für die die Wohnungssuche ein Problem ist, hat sich also erhöht. In den westlichen Bezirken erklärten im April dieses Jahres 84 Prozent der Menschen, dass sie Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche haben, in den östlichen Bezirken waren es 75 Prozent der Befragten. Zwölf Prozent der Menschen im Westteil teilten mit, dass sie keine Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche haben. Im Ostteil waren es 22 Prozent.

Der Senat versucht die Anspannung auf dem Wohnungsmarkt zu lindern. Ab 1. Juni tritt die Mietpreisbremse in Kraft. Vermieter dürfen dann beim Abschluss neuer Verträge die ortsübliche Miete nur um zehn Prozent überschreiten. Bisher durften sie verlangen, was der Markt hergab. So schlugen Vermieter beim Mieterwechsel schon mal 30 oder 40 Prozent drauf. Für Neubauten und umfassend modernisierte Wohnungen gilt die Mietpreisbremse nicht. (BLZ)