Mietendeckel Berlin: Mietenwatch Online-Rechner - So wird der Mietendeckel wirken

Berlin - Der Berliner Mietendeckel kommt. Die Frage ist nur: Wer kann auf eine Mietsenkung hoffen? Bis Mitte Oktober will sich die Landesregierung geeinigt haben, im kommenden Jahr soll das Gesetz eingeführt werden. Der Gesetzentwurf ist nach Ansicht von Mietaktivisten schon deutlich abgeschwächt worden. Eine Initiative, die sich „Mietenwatch“ nennt, hat nun einen virtuellen Mietdeckelrechner programmiert, um zu veranschaulichen, wer jetzt Anspruch auf mögliche Mietabsenkung hätte und wie der Mietendeckel nach dem derzeit vorliegendem Gesetzentwurf wirkt.

„So krass können sie sparen“, wirbt Initiator Tilman Miraß für seinen Rechner. Der Programmierer aus dem Umfeld der Politaktivisten des Kollektivs Peng! sagt: „Wir wollen eine Orientierung geben, weil es für viele zu kompliziert ist, auszurechnen, was der Mietendeckel für sie bedeutet.“

Mietendeckel Online-Rechner

Die Berliner Zeitung konnte den Rechner https://www.mietendeckelrechner.de/ vor dem Start am 23. September schon mal ausprobieren. Mit dieser Aufforderung geht es los: „Berechne jetzt, ob du Anspruch auf eine Mietabsenkung hast und wie viel du monatlich sparen würdest“. Dann muss angegeben werden, wie viele Leute in der Wohnung leben, wie hoch Haushaltseinkommen ausfällt, wie die Nettokaltmiete, wie groß die Wohnung ist und in welchem Jahr das Haus gebaut wurde. Bei dem Test war das Ergebnis negativ: „Leider hast du voraussichtlich keinen Anspruch auf Mietabsenkung. Deine Wohnung gilt für zwei Personen als zu groß“.

Nur wenn ein Haushalt mehr als 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Nettokaltmiete ausgibt und die Wohnungsgröße als angemessen gilt, kann die Miete abgesenkt werden. Während ein Fünftel der Berliner tatsächlich rund 30 Prozent für die Miete aufbringen, reduziert sich der Kreis der Begünstigten für eine Mietpreissenkung, wenn noch die Wohnungsgröße berücksichtigt werden muss. Insgesamt würden dann nur noch zehn Prozent vom Deckel profitieren, so der Soziologe Sigmar Gude.

„Es gibt schon jetzt einige Löcher im Mietendeckel“

Mietenwatch versucht daher, mit seinem Rechner auch zu mobilisieren. Die Initiative ruft zu einer Demonstration am 3. Oktober vor dem Haus des Lehrers auf. Denn, so Tilman Miraß: „Es gibt schon jetzt einige Löcher im Mietendeckel.“