Berlin - Eine Welle der Wut zieht durch die Stadt. Ausgelöst durch einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes, der am Donnerstag den seit 2020 geltenden Berliner Mietendeckel als verfassungswidrig einstufte und so kippte. Bereits Stunden später zeigten Tausende Mieter ihren Unmut auf einer Demonstration in Kreuzberg und Neukölln, in dem sie lautstark mit dem Schlagen von Topfdeckeln gegen den Karlsruher Richterspruch protestierten. Denn mit dem Ende des Mietendeckels drohen ihnen nun die vorherigen höheren Mieten und deftige Nachzahlungen. Gerade in Zeiten der Corona-Krise bringt dies so manchen Mieter in finanziellen Schwierigkeiten, wie uns zahlreich betroffene Leser der Berliner Zeitung berichten.

Zu ihnen gehört Tanja Faltis aus Baumschulenweg. „Ich bin zutiefst schockiert und unglücklich. Die Idee des Mietendeckels war meiner Überzeugung nach richtig“, schreibt die 35-Jährige. „Der Mietendeckel hat mir für zwei Wochen Lebensmittel bezahlt. Nun nicht mehr.“ Vergangenes Jahr habe sie sechs Monate von „Kurzarbeit null gelebt“, ihr Arbeitsvertrag wurde danach nicht verlängert. Nun habe sie nach 40 Bewerbungen endlich wieder einen Job. Dennoch könnte sie die drohende Nachzahlung durch den Wegfall des Mietendeckels finanziell belasten. „Ich gehe stark davon aus, dass mein Vermieter sein Geld wiederhaben möchte“, so Faltis.

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