Berlin - Die Hilferufe kamen über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Minus 6 Grad in Berlin und die MieterInnen der Deutsche Wohnen müssen mal wieder ohne Heizung auskommen“, schlug eine Frau am Sonntag Alarm. „Minus 9 Grad und die Heizung bleibt immer noch aus“, schrieb sie einen Tag später. „Warmwasser ist jetzt auch weg“, hieß es kurz darauf.

Die Mieter von rund 240 Wohnungen am Kottbusser Tor waren nach Angaben der Deutsche Wohnen von Heizungsstörungen seit Sonntagabend betroffen. Technisch funktioniere die Anlage zwar, doch komme es leider „zu kurzfristigen Leistungsschwankungen“, räumte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage am Dienstag ein. Das führe dazu, dass die Temperatur in den Wohnungen an der Kottbusser Straße 15-25, der Reichenberger Straße 18-26 und der Mariannenstraße 18-24 zwischenzeitlich „nur rund 18 Grad erreicht“ habe und das „Warmwasser teilweise nur lauwarm“ sei.

Am Mittwochnachmittag schien Besserung in Sicht. „Handwerker Teams sind vor Ort, haben das Problem gefunden und reparieren die Anlage gerade“, erklärte die Unternehmenssprecherin. „Die Heizleistung konnte bereits gesteigert werden.“ Bis zum Abend werde weitestgehend eine volle Heizleistung erreicht sein. Ganz so schnell ging es jedoch nicht. Am Donnerstag teilte die Sprecherin zwar mit, dass die „Sachlage“ in den 240 Wohnungen nun „weitestgehend gelöst“ sei, doch räumte sie ein, dass es „in einigen Wohnungen“ nach wie vor „zu Leistungsschwankungen“ komme. Bis zum Abend solle das Problem „nun endgültig behoben sein“.

Woanders kommen die Arbeiten voran. In der Kohlfurter Straße 33-39 befinde sich der in der Nacht von Sonntag auf Montag geplatzte Heizkessel in der Reparatur, so die Sprecherin. Er solle zeitnah wieder funktionstüchtig sein. Derzeit sei die fünfsprachige Mieterberatung vor Ort und prüfe noch einmal in den 36 Wohnungen, ob alle Mieter Radiatoren erhalten haben. Bei Bedarf würden weitere ausgegeben. Probleme mit der Heizung in der Admiralstraße 33-38 und der Kottbusser Straße 1-7 konnten nach Angaben der Sprecherin zwischenzeitlich gelöst werden. Hier könnten alle Wohnungen wieder voll beheizt werden. Ein Trassenrohrbuch hatte hier zu einem Ausfall der Heizung gesorgt.

Die Bewohner der Häuser am Kottbusser Tor erhalten Unterstützung vom Bundestagsabgeordneten Pascal Meiser (Linke). Der weist in einem Schreiben an Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn darauf hin, dass die Heizungsanlage „wiederholt“ ausgefallen sei. Auf Grund der Tatsache, dass die Deutsche Wohnen die bestehenden Mängel seit mehreren Jahren nicht zufriedenstellend beseitigen kann, erscheine ihm „ein Austausch der gesamten Anlage ratsam, um zu einer langfristig zufriedenstellenden Lösung zu gelangen“, schreibt Meiser. Gerne lade er Zahn zu einem Vor-Ort-Termin ein, bei dem dieser den Mietern persönlich erläutern könne, wie er Heizungsausfälle künftig ausschließen wolle.