Berlin - Hunderte Bewohner des Kosmosviertels in Altglienicke können sich offenbar auf eine Absenkung der Miete und eine Rückerstattung zu viel gezahlter Beträge freuen. Grund dafür ist eine Entscheidung des Landgerichts, das die Mieterhöhung nach einer Modernisierung im Kosmosviertel als „formell unwirksam“ bezeichnet hat (Az 64 S 230/20). Das Landgericht bestätigte damit eine gleichlautende Entscheidung des Amtsgerichts Köpenick vom Juli 2020 (Az 3 C 107/19). Zuerst hatte der RBB am Donnerstag darüber berichtet.

Das Urteil kommt die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land teuer zu stehen, die über eine Tochter im Jahr 2019 insgesamt 1821 Wohnungen im Kosmosviertel erworben hat. Ihr Pech: Ein Teil der Wohnungen war noch von dem privaten Voreigentümer der Häuser modernisiert worden, der zugleich die Mieterhöhungen geltend machte. Bei der Modernisierung im Jahr 2017 erhielten die Häuser unter anderem eine Wärmedämmung, wobei umfangreiche Arbeiten an der Fassade erledigt wurden. Das Amtsgericht bemängelte, dass bei der Umlage der Modernisierungskosten die „ersparten Instandsetzungsarbeiten an der Fassade völlig unerwähnt“ geblieben seien. Ähnlich sah es das Landgericht.

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