Mietkosten: Wohnen in Berlin ist so teuer wie nirgendwo sonst im Osten

Wer in Berlin eine Wohnung sucht, sollte dafür im ersten Halbjahr 2017 im Schnitt eine Miete von 10,09 Euro pro Quadratmeter kalt bezahlen – rund ein Drittel mehr als noch vor fünf Jahren. Das geht aus dem am Mittwoch vorgestellten „Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland 2017“ hervor, den die TAG Immobilien AG veröffentlicht hat. In Berlin ist Wohnen damit so teuer wie nirgendwo sonst in Ostdeutschland.

Wohnungen in Potsdam sind mit 9,99 Euro pro Quadratmeter nur geringfügig günstiger. Weil es in Berlin und Potsdam immer schwieriger wird, eine passende Wohnung zu finden, ziehen dem Bericht zufolge immer mehr Menschen in andere Orte des Umlandes. Dort sind die Mieten mitunter noch günstig, obwohl sie ebenfalls weiter steigen.

So kommt Brandenburg an der Havel auf eine durchschnittliche Quadratmeter-Miete von 5,50 Euro, in Eberswalde zahlt man 5,60 Euro, in Strausberg 6,87 Euro und in Nauen 6,49 Euro. In die Untersuchung sind Daten von 27 ostdeutschen Städten eingeflossen. Die TAG Immobilien AG ist ein börsennotiertes Unternehmen, das aktuell rund 83.000 Wohnungen bewirtschaftet. Hauptstandorte sind der Großraum Hamburg und Berlin. Im November 2012 übernahm die TAG die 11.350 Wohnungen der ehemaligen Treuhandanstalt in Ostdeutschland.

Neubau für 4600 Euro pro Quadratmeter

„Das Wohnen in Berlin und Potsdam ist nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch in Relation zum verfügbaren Nettoeinkommen teurer als in allen anderen ostdeutschen Regionen“, sagt Claudia Hoyer, Vorstand der TAG Immobilien AG. In Berlin und Potsdam müssen Haushalte mittlerweile im Durchschnitt fast 32 Prozent beziehungsweise 29 Prozent ihres Nettoeinkommens für das Wohnen ausgeben. In manchen Teilen Berlins erreicht die Wohnkostenbelastungsquote sogar 51 Prozent.

Die Untersuchung bestätigt damit einen Bericht im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, der vor kurzem zu ähnlichen Ergebnissen gekommen ist. Die Preise für Wohneigentum sind dem Bericht der TAG zufolge in Berlin und Potsdam ebenfalls gestiegen. In Berlin kostete eine Eigentumswohnung im Bestand im ersten Halbjahr rund 3100 Euro pro Quadratmeter, im Neubau sogar rund 4600 Euro.

Anstieg von jährlich fünf Prozent erwartet

In Potsdam kosteten Eigentumswohnungen im Bestand rund 2800 Euro pro Quadratmeter und im Neubau 3800 Euro. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte kommt für die Bundeshauptstadt im Neubau im ersten Halbjahr 2017 sogar auf Durchschnittspreise von 5038 Euro pro Quadratmeter. Grundlage sind die notariell beurkundeten Kaufverträge.

Der Immobilienverkäufer Ziegert geht in seinem Wohneigentumsreport davon aus, dass die Preise für Eigentumswohnungen in Berlin weiter steigen, aber nicht mehr so stark. „Nach durchschnittlich etwa zehn Prozent in den vergangenen fünf Jahren erwarten wir in Berlin künftig Preissteigerungen von jährlich etwas über fünf Prozent“, sagt Firmenchef Nikolaus Ziegert.