Berlin - Sie sind im selben Land geboren, jetzt leben sie 2500 Kilometer weit davon entfernt in derselben Stadt. Die Gründe, warum sie aus Griechenland fortzogen, sind verschieden. Manche kamen als Kinder mit den Eltern nach Berlin, andere flohen vor der Finanzkrise und der folgenden Perspektivlosigkeit. Jetzt arbeiten oder studieren sie in Berlin, Und sie machen Theater.

Am heutigen Freitag führt die Theatergruppe Ithakt zum ersten Mal ihr Stück „Migronauten“ auf. Fünf Aufführungen sollen folgen. Regisseurin Elena Sokratous hat Gedichte und Tagebuchaufzeichnungen ihrer Landsleute gesammelt und zu einem Theaterstück verarbeitet. Die Charaktere ihrer Figuren haben die Schauspieler erst im Laufe der Proben entwickelt.

Bis zu 60 Leute waren an den Vorbereitungen für das Stück beteiligt, das in einer WG spielt und in Deutsch und Griechisch aufgeführt wird. An der Wand steht die Übersetzung in die jeweils andere Sprache. „Migronauten“ handelt von Krisen, um die großen und die kleinen. Um Lösungen, verbunden mit der Erfahrung, wegzugehen und anderswo anzukommen. „Wir haben gelernt, das Meer zu bereisen, unsere Häfen zu finden oder sie aus den Augen zu verlieren“, sagt die Regisseurin. Das Stück ist eine „Collage mit Performance-Charakter, ein Heimatstück, aber kein klassisches Theater“, sagt Gerasimos Bekas, einer der Darsteller. Der 26-Jährige studiert Politikwissenschaften. Mit acht Jahren kam er nach Deutschland.

Migronauten wird aufgeführt am 17./18./19./31. Mai, 1./2. Juni, Morusstraße 18A, Neukölln, Einlass ab 20 Uhr, Anmeldung erforderlich unter 0151/63 85 50 71 oder 0176/28 45 40 22. Der Eintritt ist frei.