Die Bande, die mit Autos in Elektronikmärkte einbrach, sitzt in Haft. Am Donnerstag erließ ein Richter gegen alle Sieben Haftbefehl. Nach Informationen der Berliner Zeitung ist das Vorstrafenregister der meisten lang. Oft verfuhren die Gerichte mit ihnen milde. Sie verurteilten sie zu Freizeitarbeit oder setzten Haftstrafen zur Bewährung aus.

Die Männer waren am Mittwoch bei einem Blitzeinbruch in Dresden gefasst worden. Sie hatten mit einem Auto die Türen zu einem Mediamarkt eingerammt. Ähnliche Taten gab es in Berlin, etwa im „Alexa“ in Mitte, bei Saturn in Zehlendorf und im Apple-Store auf dem Ku’damm.

Freizeitarbeit für das Delikt Raub

Die Festgenommenen, die bis auf einen aus Reinickendorf stammen, sind alte Bekannte der Polizei. Hier eine Auswahl ihrer Vorstrafen: Mahmoud E. (26) wurde seit 2003 drei Mal wegen Raubes gefasst. Zwei Mal wurde er vom Amtsgericht Tiergarten zu Freizeitarbeit verurteilt, beim dritten Mal bekam er zwei Wochen Arrest. 2006 verurteilte ihn das Gericht wegen versuchten Diebstahls, Widerstands gegen Polizisten und Beleidigung (er bezeichnete Polizisten als „Affen und Dummköpfe“) zu zehn Monaten Jugendhaft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. 2009 folgte eine Verurteilung zu Freizeitarbeit wegen Widerstands gegen Polizisten. Zwei Jahre später bekam er eine Geldstrafe wegen Drogenhandels.

Zwölf mal bei Diebstahl und Einbruch erwischt

Der 24-jährige Tolgan C. war schon mit 15 kriminell. Zwölf Mal wurde er bei Diebstahl und Einbruch erwischt. Allein bei zehn Fällen war er noch Jugendlicher. 2007 bekam er dafür ein Jahr Haft. Eine frühere sechsmonatige Haftstrafe wurde einbezogen. 2011 musste er wegen Wohnungseinbruchs 1 500 Euro Strafe zahlen. Vier Monate später bekam er zehn Monate Haft, weil er große Mengen Rauschgift geschmuggelt hatte. Die Vollstreckung wurde zur Bewährung ausgesetzt. Im April 2013 wurde Tolgan C. wegen Wohnungseinbruchs zu einem Jahr und zwei Monaten Haft verurteilt. Doch die mutmaßlichen Einbrüche mit Autos konnte er begehen, weil das Urteil noch immer nicht rechtskräftig ist.

Gabriel K. (25) bedrohte 2007 einen Kontrolleur, als er schwarz fuhr und bekam 210 Euro Geldstrafe. Weil er gegen das Waffengesetz verstieß, wurde er 2009 vom Gericht verwarnt. Im selben Jahr ein weiteres Urteil: 500 Euro Strafe wegen Diebstahls und Körperverletzung an einem Ladendetektiv. Zuletzt verhängte das Amtsgericht Tiergarten 2010 eine Jugendstrafe von zwei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Polizist: Das ist eine Bande von Gewohnheitsverbrechern

Riadh A. (23) wurde 2006 unter anderem wegen Raubes zu zehn Stunden Freizeitarbeit verurteilt. Fawaz A. (24) bekam 2012 acht Monate Bewährung wegen Einbruchs. Eyüp R. (20) zahlte 2013 wegen Drogenhandels 400 Euro Strafe. Nur Chavan S. (24) ist nicht vorbestraft. „Das ist eine Bande von Gewohnheitsverbrechern, deren kriminelle Karrieren der Staat durch schlechte Organisation und lächerliche Strafen mit ermöglicht hat“, sagt Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. „Solchen Typen bekommt man mit kleineren Geldstrafen nicht zum Abbruch ihrer kriminellen Karriere.“

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