Mauer-Touristen und Berliner Schulklassen sollen sich auf rund 200 Quadratmetern Fläche über die internationale Dimension des Kalten Krieges informieren können. „Was hat zum Beispiel die Kubakrise mit der Berliner Mauer zu tun? Das muss gerade der jüngeren Generation vermittelt werden“, sagt Torsten Wöhlert, Sprecher der Senatskulturverwaltung, am Dienstag.

Etwa 120 000 Euro hat der Ausstellungspavillon gekostet. Videos und Filmmitschnitte sollen dort gezeigt werden, auch Schautafeln und Installationen, um die Auswirkungen des Kalten Krieges noch anschaulicher zu vermitteln als bislang auf der Galeriewand am Checkpoint Charlie. Im Auftrag des Senats wird die neue Infobox vom „Forum für Geschichte und Gegenwart“ betreut. „Der Pavillon ist eine Erweiterung der Galerie“, sagt Geschäftsführerin Monica Geyler-von Bernus.

Geschichte des Grenzübergangs

Die Open-Air-Galerie, die auf 320 Tafeln und mit 175 großen Fotos über die Geschichte des Grenzübergangs, über Fluchtversuche und die Konfrontation der Blöcke informiert, werde geöffnet und am Pavillon ein Stadtplatz gestaltet. Der Pavillon ist nach Vorstellungen des Senats ein erster Schritt auf dem Weg zu einem „Museum des Kalten Krieges“, das an diesem Ort entstehen soll. So war es schon in den 90er-Jahren geplant.

Doch der damalige Investor eines American Business Center ging pleite, nur drei von fünf Gebäuden wurden errichtet. Der Zwangsverwalter verhandelt nun mit einem irischen Investor über den Verkauf der brach liegenden Checkpoint-Grundstücke. Die Iren sind bereit, in einem Neubau 3 000 Quadratmeter Fläche für das „Museum des Kalten Krieges“ zu vermieten. Für die Erstausstattung des Museums gibt das Land sechs Millionen Euro, anschließend soll es sich selbst finanzieren.

Hildebrandt schuldet Kaufpreis

Eine Ergänzung, nicht Konkurrenz soll das neue Museum zum bestehenden Mauermuseum „Haus am Checkpoint Charlie“ von Alexandra Hildebrandt sein, betont Wöhlert. Hildebrandt expandiert mit ihrem Privatmuseum in Kreuzberg seit Jahren. Bereits Ende 2007 hatte sie mit ihrer Arbeitsgemeinschaft 13. August das moderne Eckgebäude Friedrichstraße 45 gekauft. Den Kaufpreis von ursprünglich 16,9 Millionen Euro hat Hildebrandt bis heute allerdings nicht gezahlt.

Eine Zahlungsfrist, die die bundeseigene FMS Wertmanagement der Museumschefin im Sommer gesetzt hatte, ist am 30. September 2011 abgelaufen, ohne dass das Konsequenzen hatte. Hildebrandt nutzt in dem Haus längst einen Teil des Erdgeschosses sowie die zweite Etage mit ihrem Mauermuseum. Die meisten Flächen aber stehen leer.

Neue Frist überschritten

Die FMS Wertmanagement ist seit 2010 für das Haus zuständig. Die Immobilie wurde ihr wie viele andere Liegenschaften im Zusammenhang mit der Verstaatlichung der Bank Hypo Real Estate (HRE) übertragen. Die FMS fungiert als „Bad Bank“, sie soll die HRE-Vermögenswerte abwickeln. Die FMS forderte daher die Arbeitsgemeinschaft auf, den Kaufpreis zu zahlen. Und verwies darauf, sollte die Summe nicht gezahlt werden, dass es üblich sei, den Kaufvertrag rückabzuwickeln.

Passiert ist aber offenbar nichts. Auch eine neue Frist bis 30. November ist inzwischen ebenfalls überschritten. FMS-Sprecher Andreas Henry sagt: „Die Bemühungen um eine Lösung sind intensiviert worden.“ Das heißt so viel wie: Der Kaufvertrag wird vorerst nicht rückabgewickelt.