Fast könnte einem der Mann auf der Anklagebank des Landgerichts leidtun. Selten hat man wohl einen Räuber mit so viel Pech erlebt. Als Michael W. im vergangenen August einen älteren Herrn überfiel, der in einer Bank in Tegel Geld einzahlen wollte, raubte der 23-Jährige statt des Geldes lediglich für ihn wertlose Geschäftspost. Dann rannte er bei seiner Flucht in eine Wolke aus Reizgas, die er selbst versprüht hatte, um seine Verfolger abzuschütteln. Er habe beim Sprühen nicht auf die Windrichtung geachtet, sagt er an diesem Montag vor Gericht. Michael W. musste wegen Augenreizungen seine Flucht abbrechen. Er wurde festgenommen.

Michael W. ist ein schlacksiger Kerl. Er hat keinen Beruf erlernt, jobbt für 600 Euro im Monat in der Abrissfirma seines Vaters und lebt noch bei den Eltern. Er gibt gleich zu Prozessbeginn den Überfall zu. Er sagt, er habe Geld benötigt, um die Kaution für eine Wohnung zu bezahlen, die er mit seiner Freundin beziehen wollte. Eine Bank zu überfallen, dass sei für ihn eine Nummer zu groß gewesen. Vor dem geplanten Raub auf einen Bankkunden habe er Tilidin genommen, ein berauschendes Schmerzmittel. Mut habe er sich damit machen wollen.

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