Ein Mann mit Maske am Playa de Palma auf Mallorca.
Foto: imago images/Chris Emil Janßen

BerlinJetzt geht es wieder los, man kann ja schließlich nicht den ganzen Sommer vertrödeln. Die Maskenpflicht auf den spanischen Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera nehmen die Balearen-Fans achselzuckend in Kauf. Das Versprechen, sich frischen Meereswind um die Nase wehen zu lassen, überragt bei den Reiseplanungen vieler Deutscher inzwischen die Sorge, sich unterwegs anzustecken.

Ganz arglos aber scheint derzeit allerdings niemand die Koffer zu packen. Die Mehrheit der Deutschen fürchtet, dass die Urlaubsreisen die Zahl der Corona-Infektionen wieder ansteigen lassen könnten. Laut ZDF-Politbarometer glauben 69 Prozent der Befragten, dass sich die Infektionszahlen durch die Reiseaktivitäten deutlich erhöhen werden. Lediglich 28 Prozent geben an, das nicht zu glauben. Insbesondere auf den spanischen Urlaubsinseln war es zuletzt zu großen Partys gekommen, bei denen die geltenden Abstandsregeln kaum noch berücksichtigt wurden. Die Sorge um das eigene Wohlbefinden übertrifft denn auch die Angst vor wirtschaftlichen Einbußen. 40 Prozent sehen ihre Gesundheit durch das Coronavirus gefährdet, nur 17 Prozent betrachten die wirtschaftliche Entwicklung als das dringlichste Problem.

Wie die täglich ermittelten Fallzahlen zu Infektionen ergeben auch derlei Umfragen allenfalls eine Momentaufnahme. Die allerdings verrät den anhaltenden Konflikt, die in die gesellschaftliche Normalität eingesickerte Gefahrenlage mit dem eigenen Verhalten in Einklang zu bringen. Die Angst ist da, aber man möchte sich von ihr doch nichts diktieren lassen. Die floskelhaften Fragen werden sich nach der Rückkehr also nicht auf Wetter, Essen und Unterkunft richten. Wie der Urlaub war, darüber entscheidet diesmal die Inkubationszeit. Wenn der Sommer vorbei ist, wird es noch nicht vorbei sein.