Mitte: Bierbikes fahren, wo sie wollen

Am Brandenburger Tor sind nicht nur die Soldaten in Uniform und Darsteller in allen möglichen Kostümen verboten, die sich gegen eine Geldspende fotografieren lassen, sondern seit Ende 2013 auch Bierbikes. Theoretisch jedenfalls. Bierbikes – das sind die gut fünf Meter langen Gefährte mit Bierfass in der Mitte, seitlich sitzen meist angetrunkene Männer und radeln grölend durch die City zum Brandenburger Tor. Gegen das Verbot durch den Bezirk geht jetzt ein Bierbike-Unternehmer juristisch vor, er hat Widerspruch eingelegt.

Der Bezirk Mitte hat Bierbikes nicht komplett verboten, sondern erteilt ihnen eine Sondergenehmigung für die Nutzung der öffentlichen Straßen. Aber nicht für alle. Ausgenommen sind etwa Straßen in der historischen Mitte mit Boulevard Unter den Linden, Friedrichstraße, Gendarmenmarkt, Leipziger Straße/Potsdamer Platz, das Regierungsviertel sowie die Straßen am Brandenburger Tor.

„Die Gebiete sind wegen der kulturellen und historischen Bedeutung frei zu halten. Das ist für die Stadt ein großer Qualitätsgewinn“, sagt Carsten Spallek (CDU), Baustadtrat in Mitte. Deshalb hatte er auch Anfang April die Darsteller am Brandenburger Tor verboten, deren Tätigkeit nicht auf „die Belustigung der Touristen, sondern auf Gelderwerb ausgelegt ist“.

Der Widerspruch des Bierbike-Betreibers wird jetzt in der Stadtentwicklungsverwaltung bearbeitet, bestätigt Sprecherin Petra Rohland. Bis zu einer Entscheidung dürfen die Bierbikes vorerst weiter zum Brandenburger Tor fahren.