Berlin -  Es sind 1610 Kilometer Luftlinie vom Brandenburger Tor in Berlin bis zum Roten Platz in Moskau. Die russische Hauptstadt ist also recht weit entfernt, doch hier – gegenüber vom Berliner Wahrzeichen – erhitzt Russland die Gemüter. Besser gesagt: Ein kleines Protestcamp sorgt für Aufregung.

Es besteht aus einem weißen Zelt, in dem vor allem Info-Material lagert, und vielen Plakaten, die unter den Bäumen zu einer „Allee der Opfer“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgereiht sind. Auf hüfthohen Aufstellern sind Porträtfotos angebracht. Mal steht dazu das Wort „ermordet“, wie bei dem 2015 erschossenen Oppositionspolitiker Boris Nemzow oder bei der 2006 ebenfalls in Moskau erschossenen Journalistin Anna Politkowskaja. Mal steht zum Foto das Wort „vergiftet“, wie bei Alexej Nawalny, dem derzeit im Westen bekanntesten Oppositionspolitiker Russlands. Im vergangenen Sommer wurde er Opfer eines Giftanschlags in Sibirien, er wurde dann in der Berliner Charité behandelt und nach seiner Rückkehr nach Russland verhaftet. Nun verbüßt er dreieinhalb Jahre Straflager.

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