Berlin - Wenn die Bürger nicht zur Impfung kommen, muss die Impfung zu den Bürgern kommen, beziehungsweise fahren – und zwar mit dem Bus. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung haben alle Berliner Hilfsorganisationen nun vier Doppeldecker zu mobilen Impfzentren umgerüstet, die im Laufe des Oktobers mit einem flexiblen Fahrplan durch die Stadt kreuzen.

Am Freitag hatte der erste Bus seinen Einsatz auf dem Parkplatz des Dong Xuan Centrums in Lichtenberg. Und bereits eine Dreiviertelstunde vor Impfstart hatte sich eine Schlange vor dem ehemaligen Sightseeing-Bus gebildet. Es wurde deutlich, was man in Berlin bereits während der kreativen Impfwoche hatte beobachten können: Wenn man den Menschen eine unkomplizierte Impfung ermöglicht, holen sich nicht wenige kurz entschlossen den Pieks ab. So hatte beispielsweise eine Impfaktion im Wedding mit Dönergutschein großen Erfolg, und auch ein Angebot in der Markthalle Neun inmitten von Wein, Tofu und gerösteten Kaffee verkaufenden Ständen wurde gut angenommen.

Wir dürfen jetzt nicht aufgeben.

Die Impfbusse mit ihren engagierten Besatzungen tragen die Angebote nun noch dichter an die Menschen heran. So kann noch gezielter und spontaner agiert werden als bisher. Und das ist der richtige Ansatz – denn nicht nur der Berliner Virologe Christian Drosten warnt davor, mit den bestehenden großen Impflücken in Deutschland in den Winter zu gehen. Jetzt müssen die Orte angesteuert werden, wo bisher noch keine Angebote angenommen wurden oder wo  Menschen das bisherige Prozedere als zu umständlich empfanden. Zu den Fahrzielen der Busse, die besonders einleuchtend sind, zählen die Berliner Tafeln. Hier sind gewiss viele Menschen, die man bislang nicht hat erreichen können. Auch sie müssen geschützt werden.