Nicht mehr lange, dann wird der Sekt kaltgestellt. Für Donnerstagabend haben Fahrradaktivisten zur Party eingeladen. Sie feiern das erste deutsche Gesetz, das explizit den Radverkehr fördern soll. Es soll am selben Tag vom Abgeordnetenhaus verabschiedet werden, mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün. „In Deutschland wird ein neues Kapitel in der Verkehrspolitik aufgeschlagen“, jubelt Ragnhild Sørensen vom Verein Changing Cities. Nun könne sie auch in Berlin beginnen, die Verkehrswende für mehr umweltfreundliche Mobilität. Doch ist die Euphorie gerechtfertigt? Experten gießen Wasser in den Wein. Sie warnen: Das Gesetz wecke hohe Erwartungen, die kaum erfüllbar seien.

„Jetzt wird die Latte noch höher gelegt“, klagt ein Planer aus der Verwaltung. Noch mehr Anforderungen an Radverkehrsanlagen würden fixiert, und es werde noch schwieriger, alle Interessen in Einklang zu bringen. In einer anderen Behörde ist zu hören: „Das ist politischer Selbstmord!“ Was Rot-Rot-Grün im Mobilitätsgesetz verheiße, werde sich nicht so bald einlösen lassen. Auf Radfahrer, die auf rasche Verbesserungen hoffen, kämen Enttäuschungen zu.

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