Berlin - An üblichen Abenden wetteifern die Besucher des Clubrestaurants Felix an der Rückseite des Hotels Adlon darum, wer die teuersten Klamotten vom angesagtesten Designer trägt. Aber der Dienstagabend war anders. Harald Glööckler, kunterbunter Paradiesvogel der Berliner Bussigesellschaft, hatte zur Vorstellung seiner Kollektion für das Versandhaus bonprix geladen. Und schon gaben die Gäste mit Klamotten an, die sie besonders günstig geschossen hatten. So freute sich Castingfachkraft und Kosmetiker Rolf Scheider über seinen lila Rollkragenpullover: „Das ist ein Kaschmirpulli aus Paris. Der kam 79 Euro.“

Scheider erklärte seinen Besuch bei der Kollektionspremiere von Glööckler so: „Ich mag ihn, weil er verrückt ist. Und Verrückte verstehen einander gut.“ Scheider hatte sogar noch andere Bekannte wie Sängerin Kathy Kelly von der Kelly Family mitgebracht. Sie nahm sogar eine längere Anreise auf sich: „Ich komme extra aus Dublin. Ich mag superschlicht und superglamourös. Und Glööckler ist extrem glamourös.“

Die Vorstellung der Klamotten, die er für das Versandhaus entworfen hat und nun zu Preisen von 25 (für ein Shirt) bis 80 Euro (Jacke) anbietet, ist nur ein kleiner Schritt auf Glööcklers Weg zum richtigen Reichtum. Nach dürren Zeiten, in denen die Sorgenfalten auf der Stirn seines Freundes und Geschäftspartners Dieter Schroth nicht verschwinden wollten, haben beide vor Jahren eine Entscheidung getroffen: Glööckler verkauft seitdem seine Entwürfe via Teleshopping. Glööckler fasst es so zusammen: „Andere sterben mit ihren Investoren in Schönheit. Ich mache schicke und bezahlbare Mode auch in großen Größen.“ Seitdem flutscht’s.

Dreharbeiten in Dubai und Los Angeles

Die kolportierte Monatsmiete seiner Penthouse-Wohnung mit angeschlossenem Showroom im etwas großsprecherisch Upper East Side genannten Geschäftshaus Unter den Linden/Ecke Friedrichstraße in Höhe von 20.000 Euro will Glööckler nicht kommentieren. Er wohnt und arbeitet seit August dort und bereut nur eines: „Ich habe leider zu wenig Zeit, die neue Wohnung zu genießen, weil ich so viel unterwegs bin.“ In Mitte fühlt er sich genau richtig: „Da klingelt nachts das Telefon und plötzlich steht Dita von Teese vor der Tür. Alle, die mich dort schon besucht haben, waren begeistert.“

Nachdem der Film, den Vox bei seinem Umzug gedreht hatte, gerade richtig gut ankam, entstehen inzwischen weitere Folgen der Dokusoap über den schrillen Designer. „Wir haben in Dubai und L.A. gedreht, und auch heute ist wieder ein Kamerateam dabei.“

Angefangen hatte der Abend chaotisch mit Gedränge vor der Tür. PR-Dame Theophana von Sachsen drückte es, endlich drinnen angekommen, so aus: „Draußen ist der Wahnsinn los. Als gäb’s hier was umsonst.“ Schlagersänger Bernhard Brink stellte angesichts der goldenen Krönchen auf den Glööckler-Entwürfen fest: „Das ist nicht mein Ding. Dazu bin ich zu bodenständig. Wo ist die Theke?“ Für die drei Glööckler-Leibwächter war das Geschubse sichtlich die Hölle.

Schauspielerin Ulrike Frank, seit zehn Jahren bei der Endlosserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, schaute auch noch eine halbe Stunde nach Ende amüsiert auf das Treiben. Sie hatte das gute Gefühl, für diesen Abend die richtige Einladung ausgewählt zu haben: „Wenn schon Zirkus, dann richtig!“