Berlin - Für Thomas Fues ist die Sache klar: „Ich würde es eine veritable Krise nennen, die wir haben, einen gravierenden Konfliktfall“, sagt er. Fues ist Mitglied der Genossenschaft Möckernkiez, die mit 471 Wohnungen an der Möckernstraße in Kreuzberg ein Modellprojekt für gemeinschaftliches Wohnen geschaffen hat. Doch in dem als Gegenmodell zu renditeorientierten Projekten privater Investoren gedachten Quartier kriselt es gewaltig. Der Grund: Der kaufmännische Vorstand der Genossenschaft Frank Nitzsche hat vor einer Woche mehreren Bewohnern eine Abmahnung ins Haus geschickt, in der er „wegen massiver Störung des Hausfriedens“ mit der fristlosen Kündigung drohte. Anlass: Die Bewohner hatten an der Hausfassade mehrere Banner angebracht, auf denen sie das Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co.“ enteignen unterstützen.

„Die Anbringung von Bannern an der Außenwand des Gebäudes wird vom Mietgebrauch nicht umfasst“, heißt es in der Abmahnung. Schilder, Aufschriften und Gegenstände jeglicher Art dürften nur mit Zustimmung der Genossenschaft am Gebäude angebracht werden. Eine Zustimmung sei hier nicht erfolgt. Und sie würde auch nicht erteilt werden.

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